gestern traf ich am Fellhorngebiet sehr viele Bergpieper. fast alle naslang ein Revier an den steileren Hängen. die Männchen trugen ihren Gesang im Flug oder Sinkflug vor und verschmolzen praktisch nach der Landung mit der Landschaft. dann ist es schwer, sie im Glas wiederzufinden. habe sie bisher noch nie so gut und auch relativ nah in der Brutzeit beobachten können.
ein, zwei Exemplare konnte ich genauer im Prachtkleid in Augenschein nehmen. in der Sonne war der graue Kopf mit dem breiten weißen Überaugenstreif gut sichtbar. und das sah dann richtig schmuck aus. die rein weißen äußeren Schwanzfedern waren im Flug oft auch gut zu sehen. am Boden im hellen Geröll und neben Schneefeldern war das schon nicht mehr augenfällig.
und im Schatten bei dem grellen Licht gestern sahen sie schon eher wie im Winter aus. wobei ich mir im Winter im Flachland nie ganz sicher bin, welchen Pieper ich vor mir habe…
den da, dachte ich, könnte ich mal näher fotografieren und ging auf ihn zu. aber schon nach ein paar Schritten war er leider auf und davon. ansonsten sah ich keinen an so exponierter Stelle.

- Anthus spinoletta
- Größe: 282.93 KiB, 221 mal betrachtet
einen Steinadler sah ich leider nur weit entfernt auf der anderen Talseite zwischen dem Ifen und einem anderen Gipfel, den ich nicht kenne, eine Weile kreisen.
die Murmeltiere unterm Fellhorn waren deshalb auch ganz entspannt und viele streckten sich in die Sonne wenn sie aus dem Bau kamen. und suchten an den grüneren Stellen nach Futter. manche jüngere hoppelten sogar selbstbewusst über Schneefelder. als würden sie sich sicher sein, dass der Adler nicht mehr vorbeischaut.

- Murmeltier
- Größe: 308.04 KiB, 215 mal betrachtet
bei den Murmeltieren überraschte uns dann völlig unerwartet ein Rotmilan direkt hinter uns, der plötzlich von unten aus dem Tal aufgetaucht war. der war bis auf ca. 15m an uns rangesegelt. aber er schaute nur kurz bei den Murmeltieren vorbei und interessierte sich mehr für die Kröten oder die Touristen weiter unten am Schlappoldsee. nachdem er den See paarmal abgesucht hatte, und dabei weiter an Höhe gewann, überflog er uns wieder und die Murmeltiere und begann sich direkt am Steilhang hochzuschrauben. nach kurzer Zeit hatte er den Grat erreicht und verschwand hinüber ins Kleinwalsertal. er hat dabei kein einziges mal mit den Flügeln rudern müssen.
die Murmeltiere blieben auch als der Rotmilan auftauchte tiefenentspannt. kein einziger Warnpfiff. die scheinen sich ja gut zu kennen.
ansonsten sah ich nur zwei Alpendohlen und einen Buchfink am Seeufer.
die Merlin-App mit der ich den Gesang der Bergpieper scannen wollte, zeigte mir einmal plötzlich eine Klappergrasmücke an, die ich aber selbst nirgendwo entdecken konnte.
Gruß
Alcedo