Seewinkel 04.-07. Mai 2019
Verfasst: 08 Mai 2019, 23:43
Hallo zusammen,
vier Tage Seewinkel sind nicht viel, aber besser als nichts. Das Wetter allerdings war zeitweise denkwürdig - der Samstag zeigte sich noch so lala, zum Sonntag kam jedoch andauernder Regen mit Starkwind und sehr niedrigen Temperaturen auf, die 6°C kaum überschritten. Der Montag war nur geringfügig weniger unfreundlich, und erst zum Dienstag, unserem Abfahrtstag, besserte sich die Situation wieder.
Nun ja, zumindest der Regen war bitter nötig, denn dem letzten auch in Österreich teilweise sehr trocken-warmen Jahr folgte eine niederschlagsarme kalte Jahreszeit, und entsprechend sahen die Lacken schlimm aus, einige waren jetzt schon praktisch ausgetrocknet.
Trotz der nicht optimalen äußeren Umstände hatte ich letztendlich 86 Einträge auf meiner Urlaubsliste.
Den Eindruck prägten natürlich die omnipräsenten, teils mit Gösseln unterwegs befindlichen Graugänse sowie die in erfreulich hoher Zahl anwesenden Kiebitze. Auch Schafstelzen gab es täglich zu sehen, wobei es sich lohnte, genauer hinzuschauen. Mehrfach ergab es sich, dass Trupps wie in folgendem Bild gemischt unterwegs waren - oben sieht man eine mitteleuropäische flava, unten hingegen eine skandinavische thunbergi.
Limikolen waren vielleicht nicht ohne Ende, aber zumindest zahl- und artenreich vertreten. Neben den schon erwähnten Kiebitzen tummelten sich Bruchwasserläufer, Dunkle Wasserläufer, Flussuferläufer, Alpis sowie die drei gängigen Regenpfeiferarten (Fluss-, Sand- und See-).
Große Brachvögel waren vor Ort, ebenso Kampfläufer und Rot- bzw. Grünschenkel. Stelzenläufer gehören zum Seewinkel und Säbelschnäbler - das einschlägige Portrait dokumentiert auch gleich mal en passant das schnucklige Wetterchen...
Die Uferschnepfen sollen hier nicht unterschlagen werden, zumal sie zeigen, dass man sich mit dem entsprechenden Hormoncocktail im Blut um so was wie Wetter echt gar keine Gedanken machen muss.
Zu meinen Lieblingsorten im Seewinkel gehören die Graurinderkoppel mit ihrem Beobachtungsturm, zu dessen Füßen ein canyonartiger Graben verläuft, in dem es während unserer Anwesenheit nur so wimmelte (Limis and more).
Dann natürlich die Warmblutkoppel am Seewäldchen - hier hat man Hütte und Schutzpalisaden mit Luken in verschiedenen Höhen, so dass man mit Sichtschutz sowohl Schilf und Randbereich des Neusiedler Sees als auch Stallungen nebst Wald im Blickfeld hat. Ein großartiger Ort, hier habe ich dieses Graugansgössel aufgenommen.
Ebenfalls erwähnen möchte ich das Sandeck im Südwesten von Illmitz. Hier ist die Welt fast zuende. Dafür ist aber viel los dort, angefangen von den weißen, blauäugigen Eseln über die Saatkrähenkolonie, die sich in traulicher Zwietracht mit Rotfußfalken kabbelt bis zu den Wiedehopfen, die gerne im Giebel des Eselstalls nisten.
Drehen wir uns aber mal von diesem Trubel um 180° weg, so haben wir einen Zipfel des Neusiedler Sees vor uns, der das geneigte Auge nicht nur mit Limis, Enten und Gänsen verwöhnt. Hiervon hätte ich gerne ein aussagekräftiges Bild gezeigt - aber ich habe keines, deshalb zeige ich halt diese Rohrweihe, die nur knapp nördlich davon auf Kopfhöhe vorbeistrich.
Grundsätzlich gilt: Dort einfach mal den Kopf leer machen sowie Augen und Ohren aufsperren, man bekommt dann soo viel mit!
Hinter jeder Ecke kann ein Bienenfresser vorbeifliegen, ein Bluthänfling im Weingarten sitzen oder eine Haubenlerche durch's Grün laufen...
Schöne Grüße aus Hermsdorf,
Steffen
vier Tage Seewinkel sind nicht viel, aber besser als nichts. Das Wetter allerdings war zeitweise denkwürdig - der Samstag zeigte sich noch so lala, zum Sonntag kam jedoch andauernder Regen mit Starkwind und sehr niedrigen Temperaturen auf, die 6°C kaum überschritten. Der Montag war nur geringfügig weniger unfreundlich, und erst zum Dienstag, unserem Abfahrtstag, besserte sich die Situation wieder.
Nun ja, zumindest der Regen war bitter nötig, denn dem letzten auch in Österreich teilweise sehr trocken-warmen Jahr folgte eine niederschlagsarme kalte Jahreszeit, und entsprechend sahen die Lacken schlimm aus, einige waren jetzt schon praktisch ausgetrocknet.
Trotz der nicht optimalen äußeren Umstände hatte ich letztendlich 86 Einträge auf meiner Urlaubsliste.
Den Eindruck prägten natürlich die omnipräsenten, teils mit Gösseln unterwegs befindlichen Graugänse sowie die in erfreulich hoher Zahl anwesenden Kiebitze. Auch Schafstelzen gab es täglich zu sehen, wobei es sich lohnte, genauer hinzuschauen. Mehrfach ergab es sich, dass Trupps wie in folgendem Bild gemischt unterwegs waren - oben sieht man eine mitteleuropäische flava, unten hingegen eine skandinavische thunbergi.
Limikolen waren vielleicht nicht ohne Ende, aber zumindest zahl- und artenreich vertreten. Neben den schon erwähnten Kiebitzen tummelten sich Bruchwasserläufer, Dunkle Wasserläufer, Flussuferläufer, Alpis sowie die drei gängigen Regenpfeiferarten (Fluss-, Sand- und See-).
Große Brachvögel waren vor Ort, ebenso Kampfläufer und Rot- bzw. Grünschenkel. Stelzenläufer gehören zum Seewinkel und Säbelschnäbler - das einschlägige Portrait dokumentiert auch gleich mal en passant das schnucklige Wetterchen...
Die Uferschnepfen sollen hier nicht unterschlagen werden, zumal sie zeigen, dass man sich mit dem entsprechenden Hormoncocktail im Blut um so was wie Wetter echt gar keine Gedanken machen muss.
Zu meinen Lieblingsorten im Seewinkel gehören die Graurinderkoppel mit ihrem Beobachtungsturm, zu dessen Füßen ein canyonartiger Graben verläuft, in dem es während unserer Anwesenheit nur so wimmelte (Limis and more).
Dann natürlich die Warmblutkoppel am Seewäldchen - hier hat man Hütte und Schutzpalisaden mit Luken in verschiedenen Höhen, so dass man mit Sichtschutz sowohl Schilf und Randbereich des Neusiedler Sees als auch Stallungen nebst Wald im Blickfeld hat. Ein großartiger Ort, hier habe ich dieses Graugansgössel aufgenommen.
Ebenfalls erwähnen möchte ich das Sandeck im Südwesten von Illmitz. Hier ist die Welt fast zuende. Dafür ist aber viel los dort, angefangen von den weißen, blauäugigen Eseln über die Saatkrähenkolonie, die sich in traulicher Zwietracht mit Rotfußfalken kabbelt bis zu den Wiedehopfen, die gerne im Giebel des Eselstalls nisten.
Drehen wir uns aber mal von diesem Trubel um 180° weg, so haben wir einen Zipfel des Neusiedler Sees vor uns, der das geneigte Auge nicht nur mit Limis, Enten und Gänsen verwöhnt. Hiervon hätte ich gerne ein aussagekräftiges Bild gezeigt - aber ich habe keines, deshalb zeige ich halt diese Rohrweihe, die nur knapp nördlich davon auf Kopfhöhe vorbeistrich.
Grundsätzlich gilt: Dort einfach mal den Kopf leer machen sowie Augen und Ohren aufsperren, man bekommt dann soo viel mit!
Hinter jeder Ecke kann ein Bienenfresser vorbeifliegen, ein Bluthänfling im Weingarten sitzen oder eine Haubenlerche durch's Grün laufen...
Schöne Grüße aus Hermsdorf,
Steffen






