erst durch Mathieus Link https://birdnet.cornell.edu/api/ aufmerksam geworden, habe ich die Demo-Version des BirdNET - The easiest way to identify birds by sound - ein wenig getestet, indem ich eine Reihe meiner Tonaufnahmen "durchgejagt" habe.
Ich kannte die Webseite bislang nicht. Das Resultat ist verhalten positiv. Die Trefferquote bei Gesängen ist recht hoch, vorausgesetzt, die Aufnahme enthält kein Stimmengemisch. Die Bestimmung meiner Gartengrasmücken- und Sperbergrasmückengesänge erfolgte korrekt, wobei ich nur arttypische Strophen gestest habe. Das Programm wird unzuverlässig bei Imitationen. Diese werden teilweise als Einzelsequenzen analysiert und dann den Arten zugeschrieben, die imitiert wurden.
Der größte Mangel ist bislang das Fehlen eines geografischen Filters, der die amerikanischen Arten von den europäischen trennt.
Das Programm erkennt neben den Gesängen auch zahlreiche Rufe, selbst Bettelrufe von Jungvögeln. Ich konnte so ein paar Bestimmungslücken schließen. Allerdings muss man vorsichtig sein. In einem Fall wurden mir Feldsperlingsbettelrufe im Nest als Waldbaumläufer bestimmt.
Fragwürdig wird die Erkennung bei Einzelrufen, Flugrufen und unspeziferischen Geräuschen. Das Programm versagt bei Eichelhähern komplett
Bei Flugrufen sollte man schauen, das es eine möglichst längere Sequenz ist. Sonst kann es passieren, das überfliegende Alpenstrandläufer als Haubenlerchen bestimmt werden.
Bei meinen Vogelstimmenrätseln versagt das Programm völlig. Jetzt weiß ich erstmal, was ich euch so zugemutet habe.
Fazit: Der Untertitel "the easiest way to identify birds by sound" ist momentan noch etwas ambitioniert, aber das Programm ist durchaus eine hilfreiche Ergänzung zur akustischen Bestimmung, sofern man den gesunden Menschenverstand walten lässt und sich nicht blindlings verlässt.
LG Annette
