frisch zurück aus dem burgenländischen Seewinkel möchte ich einen kleinen Bericht dazu schreiben. Es war seit 2011 unser fünfter Trip dorthin, aber diesmal waren die Bedingungen durchaus verschieden zu den Vorjahren, denn die Lacken hatten nur relativ wenig Wasser, und der exorbitant warme April hatte die Vegetation mächtig schießen lassen. Eine Konsequenz davon lag darin, dass es viel schwerer als sonst war, in den Weingärten Vögel zu sichten, weil diese auf den Drähten kaum noch auffielen (das könnte z.B. die Ursache davon sein, dass wir nicht ein einziges Schwarzkehlchen zu Gesicht bekamen, denn diese halten sich gerne in den Weingärten auf!).
Insgesamt hatte ich nach den vier Tagen 78 Arten auf meiner Liste, das ist etwas unter dem Niveau von 2016 bzw. 2015 (unseren letzten Aufenthalten), aber angesichts der Bedingungen doch im Rahmen.
Einige der üblichen Verdächtigen hatten wir schmerzlich vermisst, so z.B. die Moorente und den Seeregenpfeifer, auch die sonst dort ruffreudige Rohrdommel hatten wir nicht einmal sicher hören können.
Aber es gab zum Glück auch omnipräsente Arten - hier die Liste der Vögel, die wir am jedem Tag an mindestens einem Ort registrieren konnten: Bachstelze / Bluthänfling / Brandgans / Drosselrohrsänger / Feldlerche / Feldsperling / Graugans / Haussperling / Höckerschwan / Jagdfasan / Kiebitz / Kolbenente / Kuckuck / Mehlschwalbe / Mönchsgrasmücke / Ringeltaube / Rotschenkel / Säbelschnäbler / Schnatterente / Stelzenläufer / Stieglitz / Türkentaube / Uferschnepfe.
Es gab für mich zwei Gebietsneulinge, und zwar den Steinschmätzer (an 2 Tagen westlich von Illmitz gesichtet) und einen Rotfußfalken (am Sandeck) - letztgenannter ist ein Lifer.
Am ersten Tag ging's nach der langen nächtlichen Busfahrt nur um ein Warm-Up, dabei fiel uns diese offensichtlich etwas wasserscheue Bluthänflings-Badenixe auf:


Etwas später flog am Geisselsteller diese Uferschnepfe herum:

Der Freitag sollte uns dann rund um die Lange Lacke führen. Das ist eine sehr schöne, aber streckenmäßig relativ anspruchsvolle Tour. Noch in Illmitz selbst zeigte sich uns dieser schmucke Stieglitz...

Im Lackengebiet selber hat man mit etwas Glück Vögel auf sehr kurze Distanz vor sich, und wenn man sich rücksichtsvoll verhält, kann man z.B. Stelzenläufer, ...

... Kiebitze, ...

... und Bruchwasserläufer beobachten und fotografieren.

Falco wollte da natürlich auch dabei sein.

Spannend war sicherlich auch die beringte Graugans am Nordostufer der langen Lacke - über die hatte ich heute dann bei geese.org herausfinden können, dass sie
- nur ein paar km weiter südlich in Ungarn 2013 beringt wurde,
- abgesehen von einem Abstecher nach Tschechien offenbar recht ortstreu ist und
- drolligerwiese vor exakt zwei Jahren von uns an praktisch demselben Ort schon einmal beobachtet wurde...

Am Samstag hatten wir uns vielversprechende Beobachtungspunkte wie die Warmblutkoppel sowie das Sandeck (auch wegen der dortigen weißen Esel immer einen Besuch wert!) vorgenommen.
An der Warmblutkoppel-Hütte stolzierte dieses Graugans-Gössel herum und dachte sich wahrscheinlich: 'Wenn ich groß bin, werde ich Schwarzbrauen-Albatros!'.

Und dann natürlich der Rotfüßige (*freu*)...

Am letzten Tag dann Auslaufen - obwohl wir den Tag gg. 17:30 beschließen mussten (der Bus in Wien hätte vermutlich nicht auf uns gewartet), hatte ich doch immerhin 54 Arten auf meiner Tagesliste, so auch die lang erwarteten Haubenlerchen.

Und noch kurz vor dem Quartier hatte meine adleräugige Freundin Kiebitzregenpfeifer erspäht.
Tja, schön war's.
Ciao,
Steffen
