Ich möchte euch einmal zwei Vögel zeigen die uns am vergangenen Wochenende vor die Linsen flatterten.
Zunächst einmal war dieser Baumläufer. Als wir ihn sahen meinte mein Kumpel, er würde da klar einen bräunlichen Bauch sehen und hat ihn schnell als Gartenbaumläufer bestimmt. Diese Art ist hier am Niederrhein ja auch sehr viel wahrscheinlicher als der Wbl. Da ich von genau dieser Stelle aber auch wußte, daß hier schon der wirklich seltene Waldbaumläufer gesehen wurde, habe ich doch einmal die Kamera ausgepackt. Es sind allerdings nur drei Fotos entstanden die alle drei gleich sind:

Jetzt bin ich doch ins grübeln gekommen. Sowohl Schnabel als auch Hinterzehe sind weder besonders lang noch besonders kurz - ich jedenfalls könnte nicht sagen ob der Schnabel und die Zehe lang oder kurz sind. Und die Unterseite des Vogels ist nicht zu erkennen. Bleibt also noch die Gefiederfärbung nach dem Limicola-Artikel. Demnach würde ich hier eher einen Wbl als einen Gbl sehen. Wie seht ihr das?
Der zweite Vogel war noch spannender. Wir waren noch an einer Stelle an der wir das Wochenende zuvor 45 Bachstelzen gesehen haben. Wir wollten kontrollieren ob es sich um eine feste Überwinterungsgruppe gehandelt hat oder um eine durchziehende. Die Bachstelzen waren ebenso noch da wie 10 Wiesenpieper. Eine Stelze fiel uns aber sofort auf da sie wesentlich dunkler war. Ihr ahnt schon - es gibt einen Verdacht auf Trauerbachstelze! Allerdings ist es ein diesjähriger Jungvogel und daher nicht ganz einfach:

Hier der Vogel von der Seite. Typisch für eine Trauerbachstelze ist, das die graue Färbung weit in die Flanke bis weit unter die Flügel hinein geht.

Von hinten betrachtet fällt auf das die Färbung des Kopfes gleich ist mit der Färbung des Rückens und es keine Abstufung gibt. Darüber hinaus ist die Oberschwanzdecke schwärzlicher als der Rest des Körpers. Beides wäre typisch für die Trauerbachstelze. Aber reicht das für eine sichere Bestimmung? Mit jungen Trauerbachstelzen habe ich nun so gar keine Erfahrung...
Beste Grüße
Holger
