Libelle bestimmen

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Clothianidin
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Libelle bestimmen

#1

Beitrag von Clothianidin »

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Diese Libelle habe ich heute fotografiert. Leider lässt die Qualität zu wünschen übrig.

Kann sie trotzdem bestimmt werden?

Gruß
Rüdiger
Arnd
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Registriert: 29 Mär 2018, 12:50
Wohnort: Leichlingen (Rheinland)

Re: Libelle bestimmen

#2

Beitrag von Arnd »

Hi,
Durchsichtige Flügel (ohne Basalflecken), schlanker Körper: für mich ein Blaupfeil.
Gruß
Arnd
Pam11
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Registriert: 18 Sep 2021, 17:11

Re: Libelle bestimmen

#3

Beitrag von Pam11 »

Hallo Rüdiger,

so ad hoc würde ich sagen „Kleiner Blaupfeil“ weil es die beiden hellgelben Antehumeralstreifen auf dem Thorax bei den noch in Frage kommenden Blaupfeilarten so weit ich weiß nur beim kleinen Blaupfeil gibt. Das Plattbauchmännchen, das ja oft mit den Blaupfeilen verwechselt wird hat auf dem Thorax zwar auch zwei helle Streifen (die mehr oder weniger sichtbar sind) aber die Form deiner Libelle und die fehlenden Basalflecken sprechen für mich gegen den Plattbauch. Die Männchen der östlichen und zierlichen Moosjungfern haben zwar auch eine blaue Wachsschicht kommen aber wegen diverser Merkmale nicht in Frage.

Ganz sicher, dass es keine weiteren Arten gibt die noch in Frage kommen könnten bin ich mir aber ohne Blick in mein Libellenbuch noch nicht. Zur Sicherheit schau ich heute Abend nochmal nach.

Ich habe gestern im Moor auch einen kleinen Blaupfeil (Weibchen) fotografiert. Auch die Augenfarbe war sichtbar anders als bei den anderen Blaupfeilen. Viel heller und ein anderes Blau/fast weiß oder hellgrau.

Wo hast Du die Libelle denn eigentlich fotografiert? Bestimmt nicht am Gartenteich oder? Der kleine Blaupfeil ist nämlich relativ anspruchsvoll was sein Habitat angeht.

Viele Grüße
Pam
Pam11
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2021, 17:11

Re: Libelle bestimmen

#4

Beitrag von Pam11 »

Keine tollen Bilder, da gestern nur schnell vom Kameradisplay abfotografiert. Das ist mein kleiner Blaupfeil von gestern aus dem Moor. Aber ein Weibchen. Wäre der nicht gewesen wäre ich gestern komplett umsonst dort raus gefahren. Selbst im Moor ist alles tot. Verbrannt, abgemäht oder vertrocknet. Das einzige was sonst noch flog waren einige Blaukernaugen und ein paar Vögel. Graureiherpaar mit Jungvogel, Grauschnäpper etc. aber nichts wirklich spannendes. Und ein einziger total abgeflogener Kreuzdornzipfelfalter.

https://www.directupload.net/file/d/663 ... gq_jpg.htm

https://www.directupload.net/file/d/663 ... kj_jpg.htm
Pam11
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Re: Libelle bestimmen

#5

Beitrag von Pam11 »

Also ich bleibe bei kleinem Blaupfeil ;)
Clothianidin
Beiträge: 5
Registriert: 20 Feb 2022, 11:54

Re: Libelle bestimmen

#6

Beitrag von Clothianidin »

Pam11 hat geschrieben:
03 Aug 2022, 16:02
Hallo Rüdiger,
Wo hast Du die Libelle denn eigentlich fotografiert? Bestimmt nicht am Gartenteich oder? Der kleine Blaupfeil ist nämlich relativ anspruchsvoll was sein Habitat angeht.

Viele Grüße
Pam
Vorab Entschuldigung für die späte Antwort (habe leider keine Benachrichtigung erhalten und erst jetzt den entsprechenden Haken gesetzt!).

Die Libelle habe ich in unserem Garten am Schwimmteich entdeckt. Einen Plattbauch habe ich auch ausgeschlossen, da das Abdomen(?) gar nicht platt war. An den Kleinen Blaupfeil wollte ich erst nicht glauben, da er wohl recht selten ist.

Danke auch an die anderen Foristen!

Grüße aus 79336 Herbolzheim-Tutschfelden
Rüdiger
Pam11
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2021, 17:11

Re: Libelle bestimmen

#7

Beitrag von Pam11 »

Hallo Rüdiger,

dann habt Ihr wohl einen guten Naturteich. Wir haben ebenfalls einen Schwimmteich der aber seit Jahren nur noch vom Labrador zum abkühlen genutzt wird und von Anfang an möglichst „natürlich“ angelegt und bepflanzt wurde. Mittlerweile ist er fast 30 Jahre alt. Letztes Jahr sind hier Torfmosaikjungfern geschlüpft. Eigentlich auch alles andere als eine Teichart. Du siehst, auch sowas kommt ab und zu vor 😉. Ich rate aber dazu niemals Fische einzusetzen. Diesen Fehler haben meine Eltern letztes Jahr gemacht. Seitdem haben wir kaum noch Libellen und in diesem Teich auch keine Molche mehr. Meine Eltern hatten extra nur Rotfedern und Moderlieschen genommen weil es hieß, die wären vegetarisch 🙈 und würden die Molche nicht vertreiben. Von wegen! Hätten wir nicht Anfang diesen Jahres plötzlich eine böse Vorahnung wegen der fehlenden Molche gehabt und nicht noch schnell so nen kleinen Miniteich neben den großen Teich gesetzt hätten wir jetzt auch keine Molche mehr. Zum Glück haben die Molche die Pfütze sofort angenommen. Für Libellen ist das allerdings nichts. Also, niemals Fische einsetzen. Vorallem nicht wenn man so tolle Libellenarten am Teich hat.
Viele Grüße
Pam
Clothianidin
Beiträge: 5
Registriert: 20 Feb 2022, 11:54

Re: Libelle bestimmen

#8

Beitrag von Clothianidin »

Pam11 hat geschrieben:
15 Aug 2022, 01:41
Hallo Rüdiger,
dann habt Ihr wohl einen guten Naturteich. . . . . Also, niemals Fische einsetzen. . . . .
Viele Grüße
Pam
Liebe(r) Pam,
unseren Schwimmteich haben wir seit 2004 (60 m², davon 40 m² Regenerationszone). Trotz Warnung des Schwimmteichbauers säumen den Teich ein großer Walnussbaum (Norden) und weitere Laubgehölze im Süden und Westen. Das erschwert zwar die Teichpflege (Laubeintrag), bietet aber speziell in der Sommerzeit auch Schatten; in den letzten Jahren ein Segen! Der Lebensraum „Wasser im Garten“ ist faszinierend, wenngleich in den letzten Jahren die Artenvielfalt rasant „den Bach runter ging“. Wir sind umringt von Intensivlandwirtschaft mit seinen pestizidbehandelten Monokulturen. Als Mahnung und Erinnerung soll auch mein Username dienen, den ich seit 2008 (Bienensterben am Oberrhein) benutze und der in allen meinen besuchten Foren bisher nur einmal hinterfragt wurde! Zurück zum Teich: Dass in einen Schwimmteich keine Fische gehören, sollte jedem Besitzer bewusst sein bzw. bewusst gemacht werden. Ab 2019 hatten wir plötzlich einen Goldfisch und 2020 drei Goldkarauschen (alle etwa 15 cm lang) und zwei Jungfische (etwa 3-4 cm lang) im Teich; woher auch immer, vielleicht von Gelegenheitsbesuchen von Stockente und Graureiher. Die vier großen Fische holte uns ein versierter Fliegenfischer bei nur fünf Versuchen mit Angel und Mehlwürmern aus dem Teich. Die beiden kleinen erwischten wir mit einer preiswerten Reuse. Neben Bergmolch, Fadenmolch, Teich- und Grasfrosch, Kröte, Ringelnatter, Käferlarven (z.B. Goldrandkäfer), Wasserskorpion, Stabwanze, Köcherfliegenlarve, Taumelkäfer, Wasserläufer und weiteren Tieren im und am Wasser (Eisvogel, Zauneidechse, Blindschleiche, Hornisse, Wespe) u.v.a.m. sind vor allem die Libellenarten recht zahlreich; siehe beigefügte Übersicht, die jetzt noch durch den Kleinen Blaupfeil ergänzt werden kann. Neben dem Schwimmteich haben wir fünf weiter Teiche/Teichlein in unserem Hausgarten. Merke: Wasser ist im Garten ein Muss und in einem naturnahen Garten ohne Alternative!

Viele Grüße aus der Vorbergzone des südl. Schwarzwaldes
Rüdiger
Libellen am Teich.jpg
Größe: 160.63 KiB, 1455 mal betrachtet
Eisvogel P1030370 2.jpg
Größe: 489.41 KiB, 1455 mal betrachtet
Pam11
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Re: Libelle bestimmen

#9

Beitrag von Pam11 »

Hallo Rüdiger,

eine ganz schöne Liste an tierischen Mitbewohnern habt Ihr da. Und sehr schöne Bilder! Von den gezeigten Libellen hatten wir auch bereits alle Arten am Teich außer den kleinen Blaupfeil. Den werden wir bestimmt auch nicht mehr kriegen, weil es in unserer Umgebung keinerlei geeignete Habitate gibt. Deine Azurjungfer auf dem Bild ist übrigens eine Hufeisenazurjungfer. Und was ich nicht so ganz glauben kann: habt Ihr noch keine glänzende Smaragdlibelle am Teich gehabt? Die düsen bei uns z.B. dieses Jahr ständig am Teich rum. Und Herbstmosaikjungfern auch nicht? Wenn ihr sogar nen kleinen Blaupfeil habt müsste es den „normalen“ Arten doch eigentlich erst recht bei Euch gefallen.

Wir bzw. meine Eltern versuchen im Übrigen auch gerade die Fische wieder los zu werden. Aktuell füttere ich sie an einer bestimmten Stelle an, damit ich sie vielleicht doch raus Keschern kann. Nachdem mein Vater sein ganzes Leben lang passionierter Angler war und ich ihn die erste Hälfte meines Lebens immer begleitet habe könnte ich sie vermutlich auch einfach selbst rausangeln, wollte es aber erst mal mit Keschern probieren. Leider haben sich die Rotfedern nämlich trotz der kurzen Zeit explosionsartig vermehrt und wenn ich die jetzt einzeln haken müsste hätt ich viel zu tun. Gerade die Rotfedern will ich aber unbedingt loswerden. Die Moderlieschen sind weniger problematisch.

Die Fische hat sich meine Mum leider von einem ihrer Bekannten aufschwatzen lassen und ich darf es jetzt richten 😄. Nachdem ich damals schon Bedenken geäußert hatte (die aber ignoriert wurden) müsste ich sie jetzt eigentlich die Rotfedern selbst rausfangen lassen, aber dann wird das in 100 Jahren nix. Natürlich war auch ich diejenige die in diesem Frühjahr bemerkt hat, dass keine Molche mehr da sind. Zum Dank durfte ich dann auch noch den Minipfützenteich eingraben 😎. Man hat ja sonst nix zu tun 😅. Aber zum Glück hab ich das gerade noch rechtzeitig bemerkt und das Teil versenkt. Kaum im Boden saßen die ersten Molchpaare schon drin und haben fleißig Nachwuchs produziert. Aktuell schwimmen immer noch Molchbabies rum und es kommen auch noch immer neue Kleine nach.

Beneiden tu ich Dich vorallem um den Eisvogel, die Zauneidechsen, Fadenmolche und Ringelnattern. Die gibt es in unserem Ort und in der näheren Umgebung nicht bzw. nicht mehr. Eisvogel und Zauneidechsen und Ringelnattern gibts erst wieder einige km weiter draußen. Bei uns gibt es viel zu wenig Wasser und auch keinerlei geeignete Eidechsenhabitate mehr. Was aber total seltsam ist: meine Eltern haben einen riesigen, total natürlichen Garten mit vielen einheimischen Pflanzen und einem wirklich großen, alten, eingewachsenen Naturteich. Wir (mein Freund und ich) dagegen wohnen nur 2 min mit dem Auto von meinen Eltern entfernt (eigentlich nur 2 Straßen weiter) auf der anderen Seite der Bahn (die S-Bahnstrecke teilt den Ort) und haben im Verhältnis zu meinen Eltern einen recht kleinen Garten, nur mit einem Minipfützenteich. Und trotzdem haben wir zusätzlich zu den Bergmolchen auch Blindschleichen, Igel, sehr viele Eichhörnchen, Frösche (Grasfrösche und letztes Jahr sogar einen Springfrosch) und massenweise Vögel. Erdkröten und Hornissen haben wir beide. Was ich damit sagen will und das verstehe ich bis heute nicht so richtig: wir wohnen 2 min von einander entfernt und haben teilweise völlig unterschiedliche Tiere im Garten. Und obwohl die Voraussetzungen bei meinen Eltern wesentlich besser wären haben wir mehr Tierarten und vorallem die ungewöhnlicheren Tiere bei uns. Bei meinen Eltern kommen kaum Vögel in den Garten, nur selten mal ein Igel oder ne Erdkröte und Blindschleichen haben meine Eltern seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Auch nicht in den umliegenden Wäldern. Bei den Schmetterlingen sieht es genauso aus. Wir hatten dieses Jahr massenweise Falter. Alles was gängig ist plus Feuriger Perlmutterfalter, kleiner Perlmutterf., Hummelschwärmer, Kaisermantel, mehrere Bläulingsarten, Landkärtchen, Admiral, Distelfalter, Kiefernschwärmer, etc.. Meine Eltern hatten dagegen nur mal nen Faulbaumbläuling und nen Zitronenfalter. Ich kann das irgendwie bis heute nicht nachvollziehen, warum das bei der kurzen Distanz so verschieden ist.

Was dieses Jahr auch richtig extrem ist, ist die Anzahl an Hornissen die wir im Garten bei uns haben. Zu jeder Zeit sind mindestens 30 Stück einzeln an unserem großen Flieder unterwegs. Der Baumsaft muss einfach köstlich sein. So viele hatten wir noch nie. Normalerweise fliegen ein paar einzelne rum aber dieses Jahr ist es wirklich extrem. Bei meinen Eltern sind dieses Jahr auch mehr da als sonst aber bei weitem nicht so viele wie bei uns. Hornissen scheinen dieses Jahr allgemein ein sehr gutes Jahr zu haben. Die profitieren scheinbar sehr von der Wärme. Mich stören sie auch nicht. Abgesehen davon, dass sie unsere Schilfmatten am Zaun bald komplett zerlegt haben 😂. Die Hornissen fressen die Matten regelrecht auf, zersetzen das Material und benutzen es zum Nestbau. Ich schau ihnen dabei regelmäßig zu und bewundere mittlerweile sogar wie schnell und effektiv sie das machen. Sie schmatzen sogar richtig dabei, zumindest hört es sich so an 😉. Bienen gibt es dieses Jahr auch mehr als sonst bei uns. Übrigens kannte ich die Geschichte mit Deinem Benutzernamen schon. Irgendwann - im letzten Jahr glaub ich war‘s - hat Dich hier im Forum jemand auf Deinen Benutzernamen angesprochen und da hast Du das damals erklärt. Ich hab das damals zufällig gelesen. Ich hatte mir aber davor auch schon sowas gedacht. Ich denke, es gibt schon noch einige Leute denen das auffällt, aber die nicht nachfragen, weil sie sich das selbst zusammen reimen können. Zumindest hier im Naturforum. Hätte ich den Namen in einem Nicht-Naturforum gelesen hätte ich mich natürlich auch gewundert und evtl auch nachgefragt. Hat also nicht immer was mit Unwissenheit oder Gleichgültigkeit zu tun. Das Bienensterben oder überhaupt das Insektensterben ist für mich und ich denke auch für den Großteil hier im Forum allgegenwärtig. Man braucht ja eigentlich auch nur vor die Tür zu gehen…. Mal abgesehen von Naturliebhabern wie uns ist jedoch der Großteil der Menschheit nicht in der Lage sich zu ändern, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten oder aus ihren Fehlern zu lernen. Die Gier nach Geld und Macht ist einfach zu groß.

So, das wurde jetzt eine recht ausführliche Antwort 😂. Gute Nacht an alle.

Viele Grüße
Pam
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