aber wo die Kleiber brüten wusste ich bis zu diesem Tage nicht. gut, die Stelle ist vom Spielplatz aus nicht einsehbar (wo ich mich damals täglich länger aufhielt), aber ich hatte tatsächlich nicht die leiseste Ahnung.
an der Mauer der Burg, in der Nähe der Stelle hatte ich schon Kleiber gesehen, die taten aber immer so als wären sie auf Insektenfang. da dachte ich mir nix dabei. das machen auch Meisen jeden Morgen und suchen die Ritzen ab und die Überhänge nach Spinnen und ähnlichem. auch Baumläufer sah ich da schon klettern. der Hausrotschwanz fliegt die Mauer auch an oder pflückt sich die Nahrung im Schwebflug von den Steinen.
an jenem Tag war ich mit dem Kinderwagen unterwegs unter vielen anderen Passanten. den jungen Kleiber auf seinem Jungfernflug sah ich aus Richtung der Mauer angeschwirrt kommen, in einem sehr, sehr geraden Sinkflug
ich versuchte noch auszuweichen, klappte aber nicht - er landete im Kinderwagen!
und zwar unten im Gepäckkorb zwischen den Rädern.
nun wusste ich auch wo die Kleiber brüten.
weil die Stelle so offen einsehbar ist, verhalten sie sich dort aber auch anders als in Bäumen. sie halten sich nie lange am Einflugsloch auf. fliegen es an und schlüpfen sofort hinein. wenn sie mit Futter für die Jungen warten müssen, bis das andere Elternteil rauskommt, dann immer etwas Abseits, Richtung Baumbestand.
dieses Jahr brütet übrigens die Kohlmeise im alten Kleibernest.
die Fotos vom jungen Kleiber sind vom 17. Mai 2012.
Grüße
Alcedo
