Eisvögel und deren Schnäbel

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Collurio
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Eisvögel und deren Schnäbel

#1

Beitrag von Collurio »

Hallo,

wie versprochen wollte ich ein eigenes Thema eröffnen um die Beobachtungen und Artikel zu den "Pinzettenschnäbeln" von Eisvögeln zu sammeln.
Es wäre schön wenn jemand ähnliche Bilder hat, dass er sie dann auch hier einstellt.

Hier meine eigenen Beobachtungen und Bilder.

Beobachtung:
Bei Altvögeln an den Stellen 2 und5 konnte ich den Pinzettenschnabel beobachten. An Stelle 4 - etwas weiter von Ulm entfernt, ein Altvogel mit intaktem Schnabel
Jungvögel - soweit zu beobachten an allen Stellen keine Deformation. Bei einem Vogel an Stelle 2, ein kleiner Spalt sichtbar aber nicht sicher ob es auch eine Deformation ist.

Bilder:
Stelle 1: Industriegebiet Donautal, kleiner Entwässerungskanal - Winterrevier
1 Weibchen, Feb 2024 - leichte Deformation
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1 Weibchen, Dez 2024 - starke Deformation - exakt selbe Stelle wie Foto im Feb
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Stelle 2: Flutpolder Dellmensingen und Roth - Winter und Brutrevier
1 Männchen, Jan 2021 - keine Deformation
1 älterer Jungvogel Sept 2024 - leichte Deformation?
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Bild

Stelle 3: Blautopf Blaubeuren - kleiner Quellfluss, Winterrevier
1 Weibchen, Jan 2023 - keine Deformation
1 Weibchen, Jan 2024 - keine Deformation

Stelle 4: Friedrichsau - Parkanlage, Winter und Brutrevier
1 Männchen, Jan 2022 - leichte Deformation
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1 Männchen, Feb 2022 - leichte Deformation - vermutlich selber Vogel wie im Jan
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1 Männchen, März 2022 - deutliche Deformation - selber Vogel wie Jan/Feb?
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1 Männchen, Dez 2022 - keine Deformation
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1 Männchen, März 2023 - deutliche Deformation - exakt selbe Stelle wie Foto im Dez.
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1 Männchen, März 2024 - deutliche Deformation
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1 Männchen, Feb 2025 - deutliche Deformation
Bild
1 Weibchen, Nov 2025 - starke Deformation
Bild

andere Beobachtungen:
1 Männchen, Dez 2023 - Benediktbeuren - leichte Deformation
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Fazit:
Die Schnabeldeformation (Pinzettenschnabel) hatte ich hauptsächlich an stillstehenden Gewässern beobachtet (Stelle 1 und Stelle 4) und nicht an schnellen Fliessgewässer (Stelle 2 und Stelle 3). Das könnte ein Hinweis auf unterschiedliche Fischarten als Nahrung zu sein. An Stelle 4 scheinen Stichlinge eine bevorzugte Beute zu sein.

Insbesondere die Serie von Stelle 4 vom Jan/Feb/März 2022 zeigt vermutlich den selben Vogel im Winterrevier. Der Vergleich zwischen den Bildern von Jan und März scheint eine leichte Vergrösserung der Lücke zu zeigen. Jedoch können leicht veränderte Schnabelhaltung hier täuschen

Natürlich sind die Beobachtungen an Anzahl zu gering um eine gesicherte Aussage zu treffen.
Collurio
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#2

Beitrag von Collurio »

hier noch der Link zur Publikation die Petra gefunden hat:

https://www.researchgate.net/publicatio ... _condition


In der Publikation wird auf Abnutzungen der Schnäbel durch Stichlinge und Barsche hingewiesen.
PetraS
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#3

Beitrag von PetraS »

Hallo Collurio,

vielen Dank für die Auflistung und die Arbeit, die du dir gemacht hast.
Bin wirklich gespannt, was im Laufe der Zeit noch dazu kommt.

Liebe Grüße
Petra
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J W vom Berge
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#4

Beitrag von J W vom Berge »

Hier einmal vier Foto`s zum Schnabelthema
JP

Bild 1. - 2026 Januar
Bild 2. - 2025 Dezember
Bild 3. & 4. - 2020 März
Alle in Bad Salzuflen
Dateianhänge
Eisvogel - 2026-01-05-00B   279A3480.jpg
Größe: 415.59 KiB, 2331 mal betrachtet
Eisvogel - 2025-12-16-00B   279A3066.jpg
Größe: 408.5 KiB, 2331 mal betrachtet
Eisvogel - 2020-03-22-00BBA   419A9033.jpg
Größe: 886.61 KiB, 2331 mal betrachtet
Eisvogel - 2020-03-01-00BA   419A8756.jpg
Größe: 723.02 KiB, 2331 mal betrachtet
Zuletzt geändert von J W vom Berge am 10 Jan 2026, 07:41, insgesamt 1-mal geändert.
PetraS
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#5

Beitrag von PetraS »

Guten Morgen Jürgen,

super, dass du "deine" Eisvögel auch zufügst. Könntest du vielleicht noch Datum und Lokalitäten zu den einzelnen Foto dazuschreiben?

Hat der Eisvogel auf dem letzten Foto einen besonders langen (in dem Fall) Unterschnabel, oder täuscht die Perspektive?

Liebe Grüße
Petra
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Alcedo_
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#6

Beitrag von Alcedo_ »

hallo zusammen

habe hier aus dieser Auswahl ein einzelnes Individuum ausmachen können und die Schnabel-Abnutzung über einen gewissen Zeitraum festgehalten.

hiermit möchte ich explizit die Arbeit von euch Fotografen und Beobachtern aufwerten und aufzeigen was bei solch qualitativ hochwertigen Aufnahmen und laufenden Beobachtungen möglich ist. da steckt mehr drin als die Summe einzelner Bilder:
viewtopic.php?t=3034

Gruß
Alcedo
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Alcedo_
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#7

Beitrag von Alcedo_ »

Collurio hat geschrieben:
08 Jan 2026, 17:49
hier noch der Link zur Publikation die Petra gefunden hat:

https://www.researchgate.net/publicatio ... _condition


In der Publikation wird auf Abnutzungen der Schnäbel durch Stichlinge und Barsche hingewiesen.
sehr wichtiger Hinweis und
sehr schöne Auflistung, Collurio!

die Abnutzungen an kleinen und langsamen Fließgewässer, oder an stehenden Gewässern deuten auf ein ähnliches Habitat und somit auf ähnliche Hauptbeute hin, wie das von Jürgen aus Bad Salzuflen.

bei den Weibchen von der Stelle 1 im Winterrevier frage ich mich ob eine einzige Brutperiode bereits ausreicht um eine so weit fortgeschrittene Abnutzung zu produzieren. es gibt für mich da leider keine Anzeichen außer Geschlecht und Standort, dass es sich um den gleichen Vogel handelt. aber bei mehreren Bruten in einem Sommer halte ich es für möglich.

hier in diesem Artikel wird auf die massenhafte Vermehrung von Flussbarschen hingewiesen, sowie auf die Oberflächenrauigkeit seiner sogenannten Kammschuppen: https://kis.ktn.gv.at/Flora-Fauna/Fisch ... 20rau%20an.

Grüße
Alcedo
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#8

Beitrag von Alcedo_ »

nach einem Hinweis von einem befreundeten Angler und etwas Recherche im Netz,
jetzt aber Butter bei die Fische:
in isolierten Kleingewässern, kann es bei einem Mangel an Raubfischen zu einer so genannten Verbuttung der Bestände, einer Massenvermehrung verbunden mit Kleinwüchsigkeit kommen. vor allem der Flussbarsch neigt offenbar dazu.
es ist naheliegend dass Eisvögel sich dann am Angebot bedienen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verbuttung

bei Barschen als Hauptbeute, mit ihren abraziven Kammschuppen kann das dann zu sichtlich stark abgenutzten Schnäbeln führen bei den fütternden Eisvögeln in den entsprechenden Brutrevieren. das wäre eine Erklärung.

was denkt ihr dazu?

Grüße
Alcedo
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#9

Beitrag von Collurio »

Hallo Alcedo,

vielen Dank für diese interessante Information.

Ich habe auch im Internet verschiedene Naturfotographie Seiten mir angeschaut. Fasst jeder Fotograph hat Eisvogelbilder und bei genauem Hinschauen sieht man die Schnabelabnutzungen häufiger.
Meistens ist nur ein kleiner Spalt zu sehen. Extreme Fälle sind selten - Verbuttung der Bestände ist für mich eine Erklärung für die extreme Schnabelabnutzung. Bei normalen Beständen vermutlich nur leitere Abnutzungen
und man muss genauer Hinschauen, dass es einem auffällt.

Es wäre sehr interessant wenn man über eine längeren Zeitraum (>1 Jahr) einen Vogel verfolgen könnte. Man schauen obs mit der Hilfe und den ausgezeichneten Fotographen hier mal klappt.

Gruß
Wolfgang
Collurio
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#10

Beitrag von Collurio »

Hallo,

ein update zu den Eisvögeln und ihren Schnäbeln. Die folgenden Beobachtungen betreffen Stelle 4: Friedrichsau - Parkanlage

Ich hatte dort Mitte Februar 2 Eisvogelmännchen beobachten können, Aufgrund der unterschiedlichen Schnabelabnutzung konnte ich sie sehr gut unterscheiden. Sie hielten sich an unterschiedlichen Seen in der Parkanalage auf. Meine Vermutung war, dass sie ihre Reviere besetzt haben.

Eisvogel 1: starke Schnabelabnutzung
Bild

Eisvogel 2: mittlere Schnabelabnutzung
Bild

Eine Vermutung wäre, dass die Vögel unterschiedlich alt waren.


Letztes Wochenende war ich wieder dort. Es war zunächst gar kein Eisvogel zu finden. Nach langer Suche tauchte ein Vogel auf - es war ein Männchen ohne Schnabelabnutzung. Es scheint also, dass es eine Veränderung in den Revieren gab oder dass sie noch nicht fest vergeben sind.
Von den anderen beiden Eisvögeln keine Spur.

Ich konnte abe etwas Interessantes beobachten. Der Vogel fing einen Stichling und wie erwartet bei der Art erfolgt eine längere "Bearbeitung" um die Stacheln zu entfernen. Auf den Bildern zeigte sich auch etwas anderes. An der Seite des Fisches wurde die Haut abgerieben - genau dort wo sich Hornplatten befinden sollten. Ein Teil der Fischhaut klept noch an der oberen Schnabelspitze.
Bild

Für mich ist das ein Indiz, dass der Schnabel eine wichtige Rolle spielt um den Fisch "essbar" zu machen - nicht nur die Schläge auf den Ast helfen hier sondern auch der Schnabel. Das würde wiederum die Abnutzung über die Jahre erklären.
Auch die Zunge des Eisvogels sieht interessant aus - hatte das auch noch nicht gesehen. Sie scheint oben eine flache Stelle zu haben um die Fische besser in den Schlund schieben zu können?

Schöne Woche,
Collurio
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Alcedo_
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#11

Beitrag von Alcedo_ »

hallo Collurio

spannende Beobachtungen und toller Bericht von dir wieder! Danke dafür.

krass die starke Abnutzung des Unterschnabels beim ersten Exemplar.

und das ist mir auch ganz neu dass Eisvögel Stichlinge teilweise entschuppen können! wusste nicht, dass das möglich ist. das hilft sicher gegen die Stacheln.

was die Abnutzung und Schnabelerneuerung betrifft bin ich noch nicht viel weiter.
bei Wellensittichen weiß ich vom Züchter und durch Recherche dass eine komplette Schnabelerneuerung neun Monate dauert (dann wächst sich auch eine Verletzung an der Schnabelbasis aus).
bei Eisvögeln dürfte es ähnlich sein. den längeren Schnabel sollte man natürlich einrechnen.

das Zungenorgan, diesen Fortsatz an der Spitze, kann man gut in Videos von jungen Eisvögeln in der Brutröhre sehen. wenn sie bei der Fütterung den Schnabel sperren.
von vorne sieht das aus wie ein fettes Vogelfau „V“. oder wie eine Pfeilspitze. das dient sicher auch zur Fixierung der Beute im Schnabel und hilft wohl auch beim Schlucken. weiß da aber nichts genaueres.

Gruß
Alcedo
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Collurio
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#12

Beitrag von Collurio »

Hallo Alcedo,

danke für deine Rückmeldung und Informationen....

Deine Info bzgl den Wellensittichenschnäbeln hat mich zum Nachforschen im Internet angeregt. Die Schnabelerneuerung in 9 Monaten wird hier öfters erwähnt. Ebenso der Fakt, dass bei allen Vögeln die Schäbel lebenslang wachsen.
Im Internet wird jedoch häufig auf Sittiche und Papageien referenziert, was sicherlich damit zusammen hängt, dass diese öfters gehalten werden.

Wenn man speziell zum Eisvogel sucht, erhält man nur allgemeine Informationen. So dass sich der Schnabel beim Eintauchen ins Wasser abnützt (glaube ich eher nicht) oder dass nach dem Graben der Brutröhre die Schnäbel kürzer sind als im Winter (halte ich für wahrscheinlich).
Ich denke die Abnutzung beim Graben kann durch das Nachwachsen ausgeglichen werden.
Das Lebensalter eines Eisvogels wird mit 2-3 Jahren angegeben. Somit sollte selbst in dieser kurzen Lebensspanne es möglich sein, durch Schnabelwachstum eine Verletzung oder Abnutzung auszugleichen

Ich schätze die Situation momentan so ein:
- die seitliche Abnutzung des Schnabels rührt sicher von den Fischen /Nahrung des Esivogels her. Das wird auch in dem Artikel welchen Petra gefunden hat erwähnt.
- nun kann es sein:
a) das Nachwachsen des Schnabels kann die Abuntzung bei Nahrung wie Stichlingen/Barschen nicht ausgleichen
b) das Nachwachsen des Schnabels kann eine Abnutzung in der Länge, aber nicht an der Seite kompensieren

Um das richtig zu beurteilen fehlt mir das Wissen wie stark die Schnäbel abgenutzt werden und wie das Schnabelwachstum stattfindet. Somit bleibt - auch in meiner Argumentation - viel Spekulation....
Ich hoffe es gibt weitere Beobachtungen oder Infos, welche die Spekulation reduzieren wird :D

Viele Grüße,
Collurio
PetraS
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#13

Beitrag von PetraS »

Hallo Collurio und Alcedo,

sehr schön, dass ihr diesen Thread mit wertvollen Infos und klasse Fotos weiterführt. Leider kann ich dazu nicht wirklich etwas beitragen. Ich habe mal nach regrow beak Kingfisher gesucht und bin auf diese Seite

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6544885/


gestoßen.

Es ist jetzt kein spezieller Bezug zur Schnabelabnutzung, sondern zur Reduktion des Luftwiderstandes beim Eintauchen. Vielleicht trotzdem interessant. Wenn nicht passend, bitte einfach löschen.

Liebe Grüße
Petra
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#14

Beitrag von Alcedo_ »

bloss nix löschen!

hier haben Crandell, Howe und Falkingham mit 3D-Modellen von Eisvogelschnäbeln gearbeitet um deren hydrodynamische Eigenschaften beim Eintauchen zu vergleichen. zwischen rein aquatischen Arten, wie unserem heimischen Eisvogel, semiaquatischen und terrestrischen wie dem Kookaburra wurde die Schnabelmodelle vergleichenden Testversuchen unterzogen.

bekanntlich hat der Triebwagen des japanischen Shinkansen seine Form auch durch solche Studien von Eisvogelschnäbeln bekommen. auch darauf wurde hier hingewiesen: angewandte Bionik.

die langgezogenen Schnäbel der Wasserfischer mit dem sich verjüngenden Querschnitt zur Spitze hin, dienen nicht nur zur Reduzierung der Aufprallenergie sondern - und das war mir neu ! - erzeugen viel kleinere sogenannte Bogenwellen in der Flüssigkeit. das sorgt wohl dafür dass die Beutefische den Tauchstoß erst fühlen / spüren / bemerken wenn es zu spät ist. selbst reaktionsschnelle Fische können so überrascht werden. diese Bogenwellen wurden in den Diagrammen sehr anschaulich dargestellt.

übersetzt heißt es da in etwa:
„stromlinienförmigen Morphologien der Schnäbel, können die Auswirkungen dieser Bogenwelle lange genug verzögern, um eine Entdeckung durch die Beute zu vermeiden.“

mal abgesehen davon dass die halbgeöffneten Schnäbel beim Eintauchen nicht berücksichtigt wurden, bzw. nicht berechnet werden konnten, weil zu komplex - eine beeindruckende Arbeit dieser Wissenschaftler.

Danke dafür, Petra.

Grüße
Alcedo
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Re: Eisvögel und deren Schnäbel

#15

Beitrag von Collurio »

Hallo,

gestern war ich an einer anderen Stelle - dort konnte ich bisher nur Jungvögel beobachten, deswegen war sie für die Schnabeldiskussion nicht relevant.

Gestern jedoch konnte ich einen männlichen und einen weiblichen Eisvogel beobachten. Das Biotop ist ein renaturierter Baggersee.

Das Männchen war ein sehr erfahrener Fischer, bei 5 Tauchversuchen hat er 4 Fische gefangen. Bei den Arten gibt mit Obsidentify Bitterling (1x) und Rotfeder (2x) and. Beim 4 Fisch konnte ich keine Bilder machen.
Beim Bitterling bin ich mir absolut nicht sicher, da es eigentlich ein seltener Fisch sein sollte (oder liege ich hier falsch?)

Hier das Männchen. Der Schnabel hat keine Pinzettenform. Wenn man jedoch ins Bild zoomt, dann sieht man dass der Unterschnable etwas kürzer ist als der Oberschnabel. In Kombination mit den Fischfangfähigkeiten, sollte es somit ein Vogel mit Erfahrung sein.
Bild

Das Weibchen - generell sehr interessante Färbung des Schnabels - zeigt die Pinzettenform.
Bild

Ich hoffe, dass diese beiden über den Sommer an diesem See bleiben und brüten. Sie hatten nicht gebalzt aber waren auch nicht aggressive gegeneinander. Vielleicht wird es ja was mit den Beiden. Dann könnte ich uU die Entwicklung der Schnäbel weiterverfolgen.

Hier noch ein Bild des Männchens mit Bitterling (?)
Bild

Viele Grüße
Collurio
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