Am Rand einer Wiese im Nordschwarzwald harrte ich heute mit Kamera der Dinge, die da kommen könnten. Aber es kam nicht viel. Über mir hüpfte mal vorübergehend eine Mönchsgrasmücke durch den Busch, schnatterte und sang kurz, bevor sie spurlos verschwand. Viel zu weit weg suchte eine Misteldrossel im Gras nach Futter für den Nachwuchs. Am Bach, der unterhalb der Wiese entlangplätscherte, zeigte sich nichtmal eine der sonst zahlreichen Gebirgsstelzen. Das einzige, was in Foto-Reichweite kam waren Aurorafalter - doch viel zu flatterhaft im Sonnenschein. Aber es gab Käfer. Jede Menge. Irgendwann kletterte einer in perfekt passender Distanz für das Teleobjektiv einen Halm rauf. Wie er heißen könnte, weiß (wusste) ich leider nicht. Vermutlich nichts Besonderes, angesichts der großen Zahl, in der sie vertreten waren, aber ein bisschen schillernd und mit der Fühlerstruktur ganz appart:
Irgendwann entschloss er sich dann, wegzufliegen und klappte die Flügel gerade so viel vor dem Absprung auf, dass ich noch Zeit hatte, abzudrücken.
Schöne Grüße. Ilja.
Ergänzung: Dürfte ein Rindenschnellkäfer sein - Dank an Alcedo für den Hinweis auf die Schnellkäfer! Ob ein "Kupfriger" (Ctenicera cuprea) oder "Metallglänzender" (Ctenicera pectinicornis), bin ich mir nicht ganz sicher, wahrscheinlicher der Kupfrige, schon wegen Jahreszeit und Ort.
