Nachtaufnahmen
Nachtaufnahmen
Hallo zusammen,
ich hoffe, das Thema passt in diese Rubrik. Hier turnen abends wiederholt Zwergohreulen herum, vermutlich 3 Jungvögel. Eigentlich würde ich gern versuchen ein Foto davon zu schießen, scheue mich aber davor, die mit dem Blitz zu ärgern. Was habt ihr für Erfahrungen mit der Fotografie von ausschließlich nachtaktiven Vögeln?
Schöne Grüße
Ilja.
ich hoffe, das Thema passt in diese Rubrik. Hier turnen abends wiederholt Zwergohreulen herum, vermutlich 3 Jungvögel. Eigentlich würde ich gern versuchen ein Foto davon zu schießen, scheue mich aber davor, die mit dem Blitz zu ärgern. Was habt ihr für Erfahrungen mit der Fotografie von ausschließlich nachtaktiven Vögeln?
Schöne Grüße
Ilja.
-
martinmiethke
- Bourkinist
- Beiträge: 193
- Registriert: 29 Mär 2018, 12:51
Re: Nachtaufnahmen
Hallo Ilja,
vor Jahren hatte ich auch mal nachts fotografiert, aber nach irdischen Maßstäben recht inaktive Objekte, und zwar die Galaxien des Virgo-Clusters mit insgesamt, wenn ich mich recht entsinne, 2 h Belichtungszeit.
Damit bin ich hintenrum beim Thema.
Meine Galaxien standen stille (dafür rotiert die Erde, was bei Astrofotografie schnell zum Faktor wird...
), die Eulen turnen jedoch, wie Du schreibst. Wenig verfügbares Licht bedeutet laaange Belichtungszeiten, um etwas erkennen zu können, aber bei bewegten Motiven wird unter diesen Umständen vermutlich nur Pixelbrei herauskommen. Du könntest sicherlich versuchen, mit der elektronischen Empfindlichkeit so hoch wie möglich zu gehen (also den ISO-Wert hochzuziehen), um damit die Belichtungszeit wieder kürzer zu bekommen, aber die Bilder werden schnell unansehlich, weil das Rauschen stark zunimmt. Das kannste zwar herausrechnen, aber Du gewinnst die unterwegs verloren gegangenen Bilddetails nicht zurück - glatt gerechnete Bilder haben gerne den Charme von Aquarellgemälden.
Ein weiteres Problem ist die ruhige Lage der Kamera, um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Mit Sonne im Rücken fotografieren ich notfalls auch mal aus der Hand (ich nutze ein 300mm-Tele mit 1.4-Extender) und bekomme damit noch halbwegs ansehnliche Bilder hin. Aber bei abnehmender Lichtmenge bzw. bei Dämmerung oder gar nachts geht bald schon nichts mehr ohne Stativ, auch Fernauslöser bzw. Spiegelvorauslösung werden ratsam.
Ohne ausreichende Lichtmenge wird auch Dein Autofokus nicht mehr machen, was er soll.
Langen Geschreibsels kurzer Sinn:
Du schreibst von 'Nachtaufnahmen', aber auch von abendlichem Turnen.
Wenn letzteres meint: 30 min nach Sonnenuntergang, und zwei Vögel schauen offen sitzend dem dritten beim Turnen zu - dann experimentiere mal ein bissel mit hohem ISO, Offenblende, manuellem Fokus und einer Kamera, die Du so ruhig wie irgend möglich lagerst (falls die Vögel wirklich sitzen sollten, dann kannst Du sogar mit 2 oder 10 Sekunden Zeitverzögerung auslösen und so die Verwacklungsgefahr minimieren).
Falls jedoch die Party tatsächlich erst um ein Uhr nachts hinter der Scheune fernab jeglicher Straßenbeleuchtung steigt, dann hab viel Spaß als Zaungast, aber die Kamera solltest Du meiner Meinung nach schlafen lassen.
Ciao,
Steffen
p.s.: Ich find's prima, dass Du von vorne herein sagst: Der Blitz ärgert die Vögel und sollte nicht benutzt werden.
vor Jahren hatte ich auch mal nachts fotografiert, aber nach irdischen Maßstäben recht inaktive Objekte, und zwar die Galaxien des Virgo-Clusters mit insgesamt, wenn ich mich recht entsinne, 2 h Belichtungszeit.
Damit bin ich hintenrum beim Thema.
Meine Galaxien standen stille (dafür rotiert die Erde, was bei Astrofotografie schnell zum Faktor wird...
Ein weiteres Problem ist die ruhige Lage der Kamera, um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Mit Sonne im Rücken fotografieren ich notfalls auch mal aus der Hand (ich nutze ein 300mm-Tele mit 1.4-Extender) und bekomme damit noch halbwegs ansehnliche Bilder hin. Aber bei abnehmender Lichtmenge bzw. bei Dämmerung oder gar nachts geht bald schon nichts mehr ohne Stativ, auch Fernauslöser bzw. Spiegelvorauslösung werden ratsam.
Ohne ausreichende Lichtmenge wird auch Dein Autofokus nicht mehr machen, was er soll.
Langen Geschreibsels kurzer Sinn:
Du schreibst von 'Nachtaufnahmen', aber auch von abendlichem Turnen.
Wenn letzteres meint: 30 min nach Sonnenuntergang, und zwei Vögel schauen offen sitzend dem dritten beim Turnen zu - dann experimentiere mal ein bissel mit hohem ISO, Offenblende, manuellem Fokus und einer Kamera, die Du so ruhig wie irgend möglich lagerst (falls die Vögel wirklich sitzen sollten, dann kannst Du sogar mit 2 oder 10 Sekunden Zeitverzögerung auslösen und so die Verwacklungsgefahr minimieren).
Falls jedoch die Party tatsächlich erst um ein Uhr nachts hinter der Scheune fernab jeglicher Straßenbeleuchtung steigt, dann hab viel Spaß als Zaungast, aber die Kamera solltest Du meiner Meinung nach schlafen lassen.
Ciao,
Steffen
p.s.: Ich find's prima, dass Du von vorne herein sagst: Der Blitz ärgert die Vögel und sollte nicht benutzt werden.
>---<
Liste 2020: 142 (Pirol)
Life List: 267 (Nonnensteinschmätzer)
>---<
Liste 2020: 142 (Pirol)
Life List: 267 (Nonnensteinschmätzer)
>---<
Re: Nachtaufnahmen
Hallo Ilja,
Nachtaufnahmen mit der DSLR habe ich noch nicht gemacht. Da wir aber Igel und deren Spuren (Hinterlassenschaften) im Garten gesehen haben, haben wir uns eine Wildtierkamera zugelegt. Die arbeitet mit Bewegungssensor und unsichtbarem Infrarot-Blitz. Das sieht dann so aus:

Wie gut die Bildqualität ist, hängt wohl vom Modell und den Einstellungen ab.
Aber ich nehme an, dass du nicht nur dokumentieren willst, was in den Bäumen rumturnt, sondern gute Bilder machen möchtest.
Viele Grüße
Uli
Nachtaufnahmen mit der DSLR habe ich noch nicht gemacht. Da wir aber Igel und deren Spuren (Hinterlassenschaften) im Garten gesehen haben, haben wir uns eine Wildtierkamera zugelegt. Die arbeitet mit Bewegungssensor und unsichtbarem Infrarot-Blitz. Das sieht dann so aus:

Wie gut die Bildqualität ist, hängt wohl vom Modell und den Einstellungen ab.
Aber ich nehme an, dass du nicht nur dokumentieren willst, was in den Bäumen rumturnt, sondern gute Bilder machen möchtest.
Viele Grüße
Uli
Re: Nachtaufnahmen
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Antworten. Ich hab mal ein Weile darüber nachgedacht. Die Eulen leben hier in einer Hotelanlage und sind daher sowohl Kunstlicht als auch Menschen halbwegs gewohnt. Daher habe ich nun versucht, das Problem sehr improvisiert mit einer kleinen LED-Taschenlampe anzugehen, diese so weit möglich fokussiert und mit "Klebeband" auf der Sonnenblende des Objektivs befestigt. In Kombination mit ISO 16000 und (mangels Stativ) möglichst fester Auflage am Stamm eines Nachbarbaumes kam tatsächlich das ein oder andere nicht ganz verwackelte Foto heraus, auf dem man erkennen kann, was es sein soll
Ich versuche mal eines anzuhängen. Es zeigt einen Bildausschnitt von 2000 x 1500 Pixeln auf 400 x 300 runtergerechnet. Die Farben sind provisorisch am jpg nachjustiert, da kann man aus dem raw vermutlich noch mehr rausholen (LED-Licht sieht zwar weiß aus, ist aber spektral meist ziemlicher Schrott). F 5.0, 1/13 s, 180mm, manuell fokussiert. Entfernung dürfte nicht viel weiter als 5m gewesen sein.
Die Eule hat sich davon nicht groß stören lassen, weiter nach Futter auf dem Rasen Ausschau gehalten und sich dort zwischendurch bedient.
@Uli: Wenn ich das in einem anderen Thread richtig gesehen habe, verwendest du dieselbe Teleoptik wie ich
... ich allerdings auf einer Nikon DSLR.
@Martin: Wo das "hier" ist könnte ein nettes (aber vermutlich durchaus lösbares) Rätsel abgeben, wenn ich Bilder (oder eine Liste) weiterer beobachteter Vögel poste ...
Sonnige Grüße,
Ilja.
vielen Dank für eure Antworten. Ich hab mal ein Weile darüber nachgedacht. Die Eulen leben hier in einer Hotelanlage und sind daher sowohl Kunstlicht als auch Menschen halbwegs gewohnt. Daher habe ich nun versucht, das Problem sehr improvisiert mit einer kleinen LED-Taschenlampe anzugehen, diese so weit möglich fokussiert und mit "Klebeband" auf der Sonnenblende des Objektivs befestigt. In Kombination mit ISO 16000 und (mangels Stativ) möglichst fester Auflage am Stamm eines Nachbarbaumes kam tatsächlich das ein oder andere nicht ganz verwackelte Foto heraus, auf dem man erkennen kann, was es sein soll
Ich versuche mal eines anzuhängen. Es zeigt einen Bildausschnitt von 2000 x 1500 Pixeln auf 400 x 300 runtergerechnet. Die Farben sind provisorisch am jpg nachjustiert, da kann man aus dem raw vermutlich noch mehr rausholen (LED-Licht sieht zwar weiß aus, ist aber spektral meist ziemlicher Schrott). F 5.0, 1/13 s, 180mm, manuell fokussiert. Entfernung dürfte nicht viel weiter als 5m gewesen sein.
Die Eule hat sich davon nicht groß stören lassen, weiter nach Futter auf dem Rasen Ausschau gehalten und sich dort zwischendurch bedient.
@Uli: Wenn ich das in einem anderen Thread richtig gesehen habe, verwendest du dieselbe Teleoptik wie ich
@Martin: Wo das "hier" ist könnte ein nettes (aber vermutlich durchaus lösbares) Rätsel abgeben, wenn ich Bilder (oder eine Liste) weiterer beobachteter Vögel poste ...
Sonnige Grüße,
Ilja.
Zuletzt geändert von ilja am 28 Nov 2018, 21:23, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Nachtaufnahmen
Hallo Ilja,
ich habe das Sigma 1:5-6,3 DG 150-600 mm Contemp. auf einer Canon DSLR und bin damit ganz zufrieden. Natürlich gibt es für mehr Geld immer etwas Besseres.
Viele Grüße
Uli
Re: Nachtaufnahmen
Hallo Uli,
ja, diese Optik meine ich. Mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis bin ich auch sehr zufrieden. Manchmal wünschte ich, sie wäre am oberen Ende (600 mm) etwas schärfer, da tendiert mein Modell zu etwas flauem Bildeindruck. Anfangs hatte ich bei vielen Einstellungen einen deutlichen Frontfokus, aber eine Justierung mittels des USB-Adapters hat gut geholfen (diese Option war mit ein Grund, warum ich mich für dieses Objektiv entschieden hatte).
Schöne Grüße
Ilja
Re: Nachtaufnahmen
Das ist doch schon mal ein tolles Ergebnis!
Auf Grund der doch recht kurzen Brennweite würde ich dir fast empfehlen ein günstiges lichtstarkes Tele zu leihen oder zu kaufen. Da wird der Gebrauchtmarkt regelrecht überschwemmt.
Stativ und Funkfernauslöser würden noch etwas helfen, das Verwackeln zu minimieren. Fotografiere auch im Liveview damit du die Vibration des Spiegelschlags minimieren kannst.
Liebe Grüße,
Chris
Stativ und Funkfernauslöser würden noch etwas helfen, das Verwackeln zu minimieren. Fotografiere auch im Liveview damit du die Vibration des Spiegelschlags minimieren kannst.
Liebe Grüße,
Chris
Re: Nachtaufnahmen
Dankeschön
Ja, ich war auch ganz happy, dass es zumindest soweit geklappt hat. Leider ist der Urlaub natürlich wieder vorbei, und die Gelegenheit damit vorüber. Die Jungvögel hatten das Revier der Eltern dann auch recht schnell verlassen, zumindest sahen wir nur noch die Alten einzeln. Und aufgrund von deutlich stärkerem Wind an den Tagen nach der einen erfolgreichen Fotosession, war an Aufnahmen mit so langer Belichtungszeit auch nicht mehr zu denken.
Dass ich den kleinen IR-Fernauslöser nicht dabei hatte, hat mich tatsächlich etwas gewurmt, vielleicht hätte sich ein Stativersatz improvisieren lassen. Und vielleicht sollte ich mir tatsächlich wieder eins anschaffen, auch wenn ich es vermutlich nur selten so weit mitnehmen würde.
Die versprochene Auflösung, wo es die Eulen gab, folgt noch als Rätsel, sobald ich Zeit finde, das zusammenzustellen.
Schöne Grüße
Ilja.
Dass ich den kleinen IR-Fernauslöser nicht dabei hatte, hat mich tatsächlich etwas gewurmt, vielleicht hätte sich ein Stativersatz improvisieren lassen. Und vielleicht sollte ich mir tatsächlich wieder eins anschaffen, auch wenn ich es vermutlich nur selten so weit mitnehmen würde.
Die versprochene Auflösung, wo es die Eulen gab, folgt noch als Rätsel, sobald ich Zeit finde, das zusammenzustellen.
Schöne Grüße
Ilja.
-
martinmiethke
Re: Nachtaufnahmen
Gut möglich. Wie Uli schon meinte, für mehr Geld (und mehr Gewicht!) bekommt man immer was Besseres.martinmiethke hat geschrieben: ↑09 Nov 2018, 12:29
Dafür hätte es die „Sports“-Variante sein müssen …![]()
