Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

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milvus69
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Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#1

Beitrag von milvus69 »

Moin Moin!

Wie bereits in der Vorabanfrage angekündigt, haben wir uns in diesem Jahr mal 5 Tage Auszeit in Andalusien gegönnt. Da uns der Tod unserer lieben Hündin Mathilda sehr mitgenommen hat und es uns auch sonst zu stressig wurde, haben wir die hundefreie Zeit genutzt und sind zum ersten mal gemeinsam in den Urlaub geflogen. Freunde von uns haben nördlich des Nationalparks eine kleine Finca und bearbeiten uns schon lange, dort einmal hinzufahren. So fügte sich das Traurige mit dem Schönen..
Die Anreise erfolgte am 17.03.2019 und wir kamen im Dunkeln dort an. Die anschließende Nacht auf der Terrasse brachte uns also nur mehrere Steinkäuze, die aus den Olivenhainen ringsum riefen.
Heute will ich nur vom ersten richtigen tag, dem 18.03.2019 berichten.
Natürlich hielt es mich nicht lange im Bett. Zu neugierig war ich auf die Umgebung des Hauses :-)
So stand ich um 7.20 Uhr (wie übrigens an den nächsten Tagen auch...) mit eine Tasse Kaffee auf der Terrasse. Aus den Bäumen des Gartens gaben sich die Grauammern und Girltze ein Duett:

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Das war für meine Ohren ja schon einmal ungewohnt. Zumal noch aus der Nähe mehrere Wiedehopfe und Haubenlerchen riefen. Noch ungewöhnlicher wurde es aber als so um 7.45 ein großer Trupp Blauelstern über meinen Kopf flogen. Wie sich in den nächsten Tagen zeigte muß es da wohl einen Schlafplatz in der Nähe geben. Zumindest habe ich sie jeden Morgen zur gleichen Zeit fliegen gesehen - maximal war es 420 Tiere!

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Und dann gab es schon den ersten Knaller - noch vor dem ersten Frühstück konnte ich meine absolute Wunschart ausfindig machen! Leider sehr weit weg, aber sicher bestimmbar rüttelte doch ein Gleitaar! Der urlaub war jetzt schon gerettet :-) Eigentlich eine Unverschämtheit, dieses Foto zu zeigen - aber es sollte die lette Beobachtung dieser Art bleiben und somit tue ich es einfach:

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Als nächstes folge ein Vogel bei dem ich gerne eure Einschätzung hätte. Ist das ein Cistensänger? Ich habe ja schon einige gesehen und auch hier gehört. Aber bei diesem Tier erscheint die weiße Brust sehr groß. Auch die Bürzelfärbung ist sehr rötlich. Das kann aber vom Morgenlicht stammen. Eine andere Art als Cistensänger fällt mir hier aber nicht ein...

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Nur für das Protokoll soll nicht unerwähnt bleiben, das es rund um die Finca nur so vor Einfarbstaren wimmelte.

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milvus69
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#2

Beitrag von milvus69 »

Nach dem Frühstück ging es erst einmal auf Erkundungstour. Das erste Ziel war El Rocio. Diese Stadt liegt direkt am Westrand des Nationalparks und es kommt wie eine Kullisse aus einem billigen Italo-Western daher - inklusive Sandwegen und Anbindebalken vor jedem Haus.
Die vorgelagerte Lagune bietet super Beobachtungsmöglichkeiten für diverse Reiherarten, Enten, Limikolen und Schilfbewohner. Meine persönlichen Highlights waren die Sichtung einer Zwergdommel (leider zu schnell für die Kamera) und singende Schilfrohrsänger. Glücklicherweise war die Lagune gut mit Wasser gefüllt und so ließen sich zahlreiche Arten beobachten. Wobei zahlenmäßig noch nicht soviel los war. So gab es zum Beispiel an Enten nur Stock-, Schnatter und Löffelenten zu sehen. Am auffälligsten waren natürlich die ca. 250 Rosaflamingos:

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Gleich nach den Flamingos fiel die hohe Zahl an Sichlern auf. So um die 150 Tiere waren wohl dort am See und auch in den nächsten Tagen konnte man sie überall in größeren Stückzahlen bewundern.

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Es bleibt noch zu erwähnen, das ich hier meinen einzigen Bienenfresser der Tour gesehen hatte. Für viele Arten war es doch noch ein bisschen früh im Jahr.

Weiter ging es nach El Rocina, einem Randbereich des Nationalparks mit tollen (leider zu kurzen) Wanderwegen. Die Wege führen durch Kiefernwälder zu mehreren Lagunen und zurück durch eine offene Macchialandschaft. Hier gab es immer etwas zu sehen und zu hören. Seidensänger, Seidenreiher, Kuhreiher, Löffler... Aber auch hier waren sehr wenige Enten zugegen. Zum Beispiel gab es nur eine einzelne Kolbenente. Eigentlich sollten hier jetzt hunderte sein. Ich bin gespannt, welche Nachrichten uns da in Zukunft erreichen. Das Gebiet leidet nämlich sehr unter der (illegalen) Wasserentnahme und auch der Staudammbruch vor ein paar Jahren, als riesige Mengen Schwermetall in das Gebiet gespult wurden dürfte noch nicht verkraftet sein.
Eines der Highlights des Gebietes ließ sich aber gut beobachten. Auch wenn die Purpurhühner recht weit weg waren und die Luft ziemlich flimmerte:

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Diese war etwas näher - zeigte aber nie schön sein Profil:

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Als Greifvogelfan der ich nun mal bin war die Balz zweier Zwergadler aber noch interessanter als die bunten Hühner. Zumal es ein Paar aus heller und dunkler Form war:

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Wir waren schon sehr zufrieden mit den Beachtungen - zumal auch immer wieder Gänsegeier über uns schwebten. Besser geht es nicht. Wirklich? Doch - es geht besser! Zum Beispiel wenn urplötzlich ein Pardelluchs 200 Meter vor einem über den Weg trabt und gim Bogen gemächlich an einem vorbeizieht! Leider waren immer wieder Büsche im Weg sodaß es nur zu diesem einem brauchbaren Bild blieb - aber egal. Nie hätte ich gedacht, daß wir einen Luchs zu Gesicht bekommen. Immerhin ist es eines der gefährdetsten Raubkatzen der Erde!

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Seelig beendeten wir den ersten Tag ;-)
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Roehrennase
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#3

Beitrag von Roehrennase »

Wahnsinn, geniale Beobachtungen von tollen Arten, Holger!! Nach Andalusien möchte ich auch unbedingt mal. Ich bin begeistert und schon sehr gespannt auf die weiteren Tage :)

PS: Cistensänger stimmt.
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Rabe
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#4

Beitrag von Rabe »

Lieber Holger, oh je, Eure phantastische Hündin ist nicht mehr auf dem Hof. Sie bleibt bei mir in lebhafter Erinnerung. Sie hat mich beeindruckt. Danke für Deinen tollen Bericht und die schönen Bilder. Ich bin im Sommer wieder in Spanien und schon gespannt, was mir begegnet. Gleitaar wäre ein Traum, aber überraschende Beobachtungen sind immer das größte. Gratulation zum Luchs, das ist schon etwas sehr besonderes. Herzliche Grüße an Deine Frau und Dich und hoffentlich kriegen wir wieder ein Treffen 2019 hin. Raimund
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florian
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#5

Beitrag von florian »

Wow, das ist ja ein steiler Start! Glückwunsch zum Luchs! Auch wenn das kaum mehr zu toppen ist, bin gespannt wies weiter geht!
Nadine
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#6

Beitrag von Nadine »

Ich gratuliere zum Luchs!
Den Gleitaar habe ich in ähnlicher Qualität :-) Du erwischst ihn sicher noch besser; ich bin gespannt.
viele Grüße!
Nadine
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milvus69
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#7

Beitrag von milvus69 »

Moin Moin!

Erst einmal Danke für die warmen Worte. Es freut mich, das euch der Bericht gefällt. :D
In der Tat war der erste Tag schon ziemlich überragend. Schon am zweiten Tag mußte ich die Schlagzahl aber ein wenig runterschrauben. Es sollte ja auch irgendwo ein Erholungsurlaub sein...
Der Tag began wie gewohnt mit frühen Beobachtungen von der Terrasse aus. Bis zum Frühstück tat sich dort allerdings nicht viel neues. Einzig ein überfliegender Kuhreiher wanderte auf die Liste. Nach dem Frühstück hatte sich die weltbeste Ehefrau mit einer Bekannten zu einem Ausritt verabredet. Also Zeit für mich, die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Es ging also den Wirtschaftsweg hinunter in Richtung eines kleinen Bachtals. Die Olivenhaine links und rechts waren bevölkert von einigen Blauelstern, Wiedehöpfen und Einfarbstaren und die Rothühner riefen heraus.

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Da, wo mal ein offenes Feld war, waren auch sofort Hauben- und Heidelerchen anzutreffen.

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Besonders spannend fand ich ein etwa hüfthohe Kante direkt am Weg. Dort waren etwa ein Dutzend Bienenfresserhöhlen gegraben. Wie gerne würde ich diesen Ort mal Ende April besuchen !
Am Bachtal angekommen fand ich mich in einer frischen, dunkelgrünen Landschaft wieder. Zahlreiche Singvögel und natürlich Weißstörche waren dort anzutreffen. Hier wanderten u.a. Schwarzkehlchen, Wiesenpieper, Seidensänger, Mäusebussard sowie Mönchs- und Samtkopfgrasmücke auf die Liste.

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Und einen neuen Lifer gab es hier auch noch. Der aus dem südlichen und tropischen Afrika eingeschleppte Wellenastrild brütet seit 1964 erfolgreich auf der iberischen Halbinsel.

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Zurück auf der Finca konnte ich dann wieder Gänsegeier beobachten. Wie sich rausstellte passierten die Tiere täglich zwischen 11.30 und 12.00 Uhr das Gelände. Offenbar haben sie ihren Schlaf (-und Brut-)platz in den Bergen nördlich des Nationalparks und fliegen dann mit der aufkommenden Thermik in das Coto Donana-Gebiet. Während es am Tag zuvor sieben Tiere waren, waren es heute sagenhafte 47 Geier!

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Nachdem meine Liebste glücklich und zufrieden von ihrem Ritt zurück gekehrt war, ging es dann zu einem Spaziergang am "Pallazzio de Acebuche", einem ehemaligen Jagdschloß, das nun als Infozentrum dient. Dort gibt es einen wunderschönen Auwald, der als kleiner Urwald daher kommt. Um dorthin zu gelangen fährt man durch die Macchiafläche auf der wir Tags zuvor den Luchs gesehen hatten. Langsam fuhren wir also die wenig befahrene Piste entlang. Es gab allerdings wenig zu entdecken. Hier und da eine Haubenlerche, ein Turmfalke und zwei Rothühner die vor uns über die Straße flogen. Und einen Raubwürger der iberischen Unterart der leider sehr weit weg war.
Im Auwald selber gab es recht viele Arten, die wir auch bei uns kennen. Einige Gartenbaumläufer sangen ebenso wie Zaunkönig, Buchfink, Kohl- und Blaumeise. An einem See hielten sich ein paar Seidenreiher auf und mir einiger Suche konnte ich auch fünf Nachtreiher ausmachen. Diese saßen allerdings sehr tief in einem Weidenstrauch und konnten nur in Fragmenten ausgemacht werden. Da war der Wendehals im Schloßpark schon sehr viel kooperativer. Nicht nur das er akkustisch ordentlich auf sich aufmerksam mache - er zeigte sich auch prima ;)

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Den Rest des Tages verbrachten wir dann am Strand von Matalascanas. Ein Spanienurlaub ohne Stran geht halt doch nicht. Wobei dieser Sandstrand schon etwas besonderes ist. Innerhalb des Nationalparks ist er völlig unbebaut (lediglich zwei ältere Fischerhütten stehen dort). Es darf dort nicht geangelt werden und Fahrzeuge dürfen dort auch nicht fahren (außer die nervigen Unimogs mir dem Touristen auf geführten Touren durch den Nationalpark geführt werden). Insgesamt ist es also ein wunderschöner, nahezu unberührter Sandstrand mit noch beindruckenderer Dünenlandschaft (Teile des Klassikers "Lawrence von Arabien" wurden hier gedreht). Leider war die Kullisse aber ziemlich vogelfrei. Lediglich ein paar Herings- und Weißkopfmöwen flogen hier herum und draußen auf dem Meer konnte ich noch zwei Baßtölpel bei der Jagd beobachten.
Der Abend endete dann mit einer Sichtung von mehreren Rötelschwalben, die zwischen den Hotelanlagen von Matalascanas herumjagden.
Insgesamt war es ein gechillter Tag. Aber Morgen geht es ja weiter ;)
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Richard
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#8

Beitrag von Richard »

Hallo Holger,
dass ihr ein Familienmitglied verloren habt ist traurig. Ich habe ihn ja auch mal kurz
auf Helgoland kennen gelernt und als sehr liebenswert empfunden.

Sicher konnte dieser Urlaub ein wenig Ablenkung verschaffen. Sagenhaft was euch alles so
ums Haus geflogen ist. Ich wusste bisher gar nicht das es so viele Unterarten vom Luchs gibt,
tolle Beobachtung und sogar Belegbild :shock:

Toller Bericht, bin gespannt was da noch kommt.

Beste Grüße
Richard
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MarFra
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#9

Beitrag von MarFra »

Toller Bericht, Holger. Ich freue mich sehr für Euch, den Pardelluchs gesehen zu haben. Ist übrigens, lieber Richard, eine eigene Art. Ich war vor mindestens 15 Jahren im Rahmen einer Andalusienreise für 2 Tage im Hochsommer dort . Erinnere mich noch an Marmelenten, Blauelstern und Zwergadler in El Rocio und an deftige Hitze, die selbst Reptilien zu hoch war, um sich außerhalb des Schattens aufzuhalten.
Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Herzliche Grüße
Martin F.
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milvus69
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#10

Beitrag von milvus69 »

Moin Moin!

Es freut mich sehr, daß der Reisebericht Anklang bekommt ;)
Dann will ich auch mal direkt weiter machen. Heute führe ich euch nach Dehesa de Abajo, einem tollen Naturschutzgebiet an der Ostseite des Nationalparks. Da wir als Kartenmaterial lediglich schlechte Google-Maps-Ausdrucke dabei hatten und auch nicht über Navi oder Smartphone verfügten war die Anreise hierher etwas heikel. Aber es hat trotzdem ziemlich gut geklappt. Unterwegs gab es immer wieder gute Beobachtungsmöglichkeiten von z.B. Rotkopfwürger oder auch Blauelstern.

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Schon die Auffahrt zu dem Wanderparkplatz zeigte uns die größte Besonderheit des Gebietes "dehesa de Abajo" - die größte Kolonie baumbrütender Weißstörche in Westeuropa! Und so hatte jeder zweite Olivenbaum entlang der Allee seinen eigenen Storchenhorst... Diverse Wanderwege führen durch das Gebiet und egal, welchen Weg man nimmt - man kommt an diversen Storchennestern vorbei. Selbst kleinere Olivenbäume waren vom Storch besetzt.

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In einem solchen Fall ist es schon ziemlich spannend wenn man an dem Horst vorbei geht und man quasi auf Kopfhöhe in das besetzte Nest schauen kann:

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Der imposanteste Baum, den wir sehen konnten war ein Eukalyptusbaum mit mindestens 9 Nestern drauf:

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Neben den Baumstörchen ist das Gebiet übrigens auch füt seine hohe Greifvogldicht bekannt. Und in der Tat wimmelte es dort nur so an Greifen. Zum allergrößten Teil waren dies indes "nur" Schwarzmilane. So um die 50 werden es an dem Tag wohl gewesen sein. Sie waren einfach überall.

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Der Umstand, das dort so viele Milane rumflogen machte es allerdings schwerer, noch andere Greifvogelarten ausfindig zu machen. So waren dort vermutlich noch mehr als nur die zwei Zwergadler und der Turmfalke unterwegs. Einmal hatte ich den Verdacht auf einen Schlangenadler - aber der flo von uns weg und verschwand hinter dem Wald. Dieser helle Zwergadler war indes leicht festzustellen:

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Der Besuch der beiden hervorragend angelegten Beobachtungshütten brachte recht wenig wirklich interessante Beobachtungen zustande. Ein paar Haubentaucher bei der Balz, Teichhühner, Stockenten... Schön war dort allerdings der Gesang von Schilfrohrsänger und Rohrschwirl - zwei Arten, die wir am Niederrhein schon ausgerottet haben!
Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch noch die hohe Anzahl an Flamingo. Anders als in den anderen Gebieten standen sie hier nicht in einem Pulck zusammen sondern jeder schwamm für sich und gründelte nach Höckerschwanart nach Nahrung. Das sah schon sehr lieblich aus - weiße und rosane Wattenbausche auf blauem Grund...
Meine Wunscharten für dieses Gebiet, Marmelente und Kammbläßhuhn konnten hier an den Beobachtungshütten leider nicht ausgemacht werden (Lediglich ein Paar Purpurhühner waren noch weit entfernt zu beobachten).
In einer weiter weg entfernten Bucht schwammen aber einige hundert Bläßhühner und wer weiß, ob da nicht auch die Art mit dem Kamm dabei ist. Für das Fernglas war es aber viel zu weit weg und die Luft flimmerte sehr. So ohne Spektiv ist halt doch manchmal blöd! Aber Stop! Wozu habe ich den die Kamera mit Superzoom? Also einfach mal drauf los geknipst auf alles was schwarz ist und sich im Wasser bewegt. Und Bingo! Auf den Fotos konnte ich anschließend gleich mehrere Kammbläßhühner feststellen. Für mich ist es der erste Lifer den ich fotografiert habe ehe ich ihn richtig gesehen habe. :roll:
Hier einmal eine kleine Bestimmungsübung für euch. Wieviele Kammbläßhühner könnt ihr erkennen?

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Der weitere Marsch brachte neben toller Landschaft noch ein paar schöne Beobachtungen von bereits bekannten Tieren und Pflanzen ein. Ein Besuch von diesem Gebiet ist jedem Andalusienreisenden wärmstens zu empfehlen!

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milvus69
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#11

Beitrag von milvus69 »

Von diesem Besuch habe ich auch noch zwei Vögel mitgebracht wo ich sehr gerne eure Einschätzung zu hätte.
Der erste ist diese Schafstelze. Ich ahlte sie für eine weibliche Wiesenschafstelze, bin mir aber nich ganz sicher. Ich habe bisher noch kein Foto einer weiblichen Iberischen Schafstelze gefunden.

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Und dann gab es da noch diesen Vogel. Oder besser gesagt, diese Art. Ich konnte sie an zwei verschiedenen Stellen im Gebiet feststellen (1x zwei Tiere, 1x drei Tiere) und kann die überhaupt nicht zuordnen. Es wird wohl ein Neozoen sein der sich (wegen der Häufigkeit, in der wir sie gesehen haben) scheinbar etabliert hat.

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Rätselvogel von halb-hinten. Beachte den langen, fächerförmigen Schwanz mit braun-rötlicher Färbung.

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Ich habe schon das halbe Netz durchforstet, finde aber nicht annähernd einen entsprechenden Vogel. Hat da jemand eine Idee bzw. weiß jemand, um welche Art es sich handelt?

Danke und beste Grüße
Holger
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#12

Beitrag von Wolfzge »

Tendiere hier zu weibchenfarbigen Schwarzkopfweber. Die sind zumindest mittlerweile in Spanien heimisch
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milvus69
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#13

Beitrag von milvus69 »

Hallo Wolfzge,

Bingo! Ich habe mal im Netz geschaut und es sieht gut aus. Wenn man so ohne Vorkenntnisse nach eingeschleppten Arten in Spanien schaut kommt man auch auf den Schwarzkopf-Webervogel. Die Bilder zu den Artikeln zeigen aber immer den attraktiveren männlichen Vogel im Brutkleid...
Danke!
Holger
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MarFra
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#14

Beitrag von MarFra »

Das ist mir auch schon häufiger so gegangen, dass ich die Art erst beim Après-Birding auf dem Kamera-Display definieren konnte. Ist zwar besser als nix, aber es geht doch nichts über die gute, alte Echtzeitbestimmung.
Ich meine übrigens zwei Kammblässhühner zu erkennen, vorne links und das mittlere der rechten Dreiergruppe.

Herzliche Grüße
Martin F.
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Re: Nationalpark Coto Donana, Andalusien, März 2019

#15

Beitrag von milvus69 »

Moin Martin,

"Echtzeitbestimmung"? Ein sehr schöner Begriff. Den sollten wir in das Ornilexikon aufnehmen :D
Bei der Einschätzung zur Anzahl der Kammbläßhühner gehen wir konform. Wobei ein Tier ja wohl unbestimmbar bleiben muß...

Beste Grüße
Holger
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