Jagdstrategie von Turmfalken im Winter
Verfasst: 11 Feb 2021, 18:49
Hallo,
ich hatte geplant, mich in diesem Forum zu registrieren, sobald eine mir unbekannte Vogelart vor meine Linse hüpft.
Meine heutige Beobachtung eines Turmfalken hat mir nun einen Anlass gegeben, obwohl es in diesem Fall nichts zu bestimmen gibt und ich leider keine Bilder habe.
Ich schreibe eine Art Erlebnisbericht mit einer Vermutung meinerseits:
Ein Terzel saß heute Nachmittag auf einem niedrigen Strommast. Zwischen mir und dem Turmfalken lag ein kleines Feld mit niedrigem Kraut, das ich bereits passiert hatte, und daran anschließend ein Stoppelacker. Beide Felder waren von pulvrigem Schnee bedeckt.
Der Terzel war mir zugewandt, so dass er die Felder im Blick hatte.
Ich blieb stehen, da mir bei der Betrachtung der Situation die folgende Vermutung in den Sinn kam:
Wenn der Schnee zwischen den Stoppeln (bzw. dem Kraut) Schutz für die Feldmäuse bietet, so wäre es vielleicht nützlich für den Falken, wenn ein Mensch die Mäuse aufscheuchen würden.
Eine Maus ist durch die wenigen Lücken im Schnee wesentlich einfacher zu entdecken, wenn sie sich bewegt.
Für die Mäusejagd wäre das Feld mit dem niedrigen Kraut besser geeignet als der Stoppelacker, da die Lücken im Schnee dort entsprechend größer sind.
Deshalb lief ich das kurze Stück zurück, um geräuschvoll am Feldrand durch den Schnee zu stapfen.
Prompt startete der Terzel, rüttelte über dem Feld und machte kurz hintereinander zwei erfolglose Angriffsflüge jeweils bis auf den Boden.
Anschließend setzte er sich in einen Baum neben dem Feld. Mein Weg würde zwischen Baum und Feld verlaufen. Hat der Turmfalke meinen Weg antizipiert? Ich stapfte langsam weiter.
Statt auf das Feld erfolgte der nächste Angriff in die Böschung des Grabens.
Diesmal mit Erfolg.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Maus aufgescheucht hatte, oder eine kleine laute Gruppe Spaziergänger, die mir entgegenkam.
Wie dem auch sei, der Terzel flog auf einen Strommast, um seine Beute zu verspeisen.
Wird der Faktor Mensch unter bestimmten Umständen von den Turmfalken bei der Wahl der Ansitzwarte berücksichtigt?
Möglicherweise setzen wir durch unsere Freizeitaktivitäten die Feldmäuse in Bewegung, die bei Bedeckung durch Schnee oder bei zu hochgewachsener Vegetation nur schwer zu finden sind.
Ich würde mich über Feedback freuen, ob meine Schilderung plausibel klingt. Es könnte sich freilich um ein zufälliges Zusammentreffen von Ereignissen handeln.
Viele Grüße
ich hatte geplant, mich in diesem Forum zu registrieren, sobald eine mir unbekannte Vogelart vor meine Linse hüpft.
Meine heutige Beobachtung eines Turmfalken hat mir nun einen Anlass gegeben, obwohl es in diesem Fall nichts zu bestimmen gibt und ich leider keine Bilder habe.
Ich schreibe eine Art Erlebnisbericht mit einer Vermutung meinerseits:
Ein Terzel saß heute Nachmittag auf einem niedrigen Strommast. Zwischen mir und dem Turmfalken lag ein kleines Feld mit niedrigem Kraut, das ich bereits passiert hatte, und daran anschließend ein Stoppelacker. Beide Felder waren von pulvrigem Schnee bedeckt.
Der Terzel war mir zugewandt, so dass er die Felder im Blick hatte.
Ich blieb stehen, da mir bei der Betrachtung der Situation die folgende Vermutung in den Sinn kam:
Wenn der Schnee zwischen den Stoppeln (bzw. dem Kraut) Schutz für die Feldmäuse bietet, so wäre es vielleicht nützlich für den Falken, wenn ein Mensch die Mäuse aufscheuchen würden.
Eine Maus ist durch die wenigen Lücken im Schnee wesentlich einfacher zu entdecken, wenn sie sich bewegt.
Für die Mäusejagd wäre das Feld mit dem niedrigen Kraut besser geeignet als der Stoppelacker, da die Lücken im Schnee dort entsprechend größer sind.
Deshalb lief ich das kurze Stück zurück, um geräuschvoll am Feldrand durch den Schnee zu stapfen.
Prompt startete der Terzel, rüttelte über dem Feld und machte kurz hintereinander zwei erfolglose Angriffsflüge jeweils bis auf den Boden.
Anschließend setzte er sich in einen Baum neben dem Feld. Mein Weg würde zwischen Baum und Feld verlaufen. Hat der Turmfalke meinen Weg antizipiert? Ich stapfte langsam weiter.
Statt auf das Feld erfolgte der nächste Angriff in die Böschung des Grabens.
Diesmal mit Erfolg.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Maus aufgescheucht hatte, oder eine kleine laute Gruppe Spaziergänger, die mir entgegenkam.
Wie dem auch sei, der Terzel flog auf einen Strommast, um seine Beute zu verspeisen.
Wird der Faktor Mensch unter bestimmten Umständen von den Turmfalken bei der Wahl der Ansitzwarte berücksichtigt?
Möglicherweise setzen wir durch unsere Freizeitaktivitäten die Feldmäuse in Bewegung, die bei Bedeckung durch Schnee oder bei zu hochgewachsener Vegetation nur schwer zu finden sind.
Ich würde mich über Feedback freuen, ob meine Schilderung plausibel klingt. Es könnte sich freilich um ein zufälliges Zusammentreffen von Ereignissen handeln.
Viele Grüße