Hallo Rüdiger,
eine ganz schöne Liste an tierischen Mitbewohnern habt Ihr da. Und sehr schöne Bilder! Von den gezeigten Libellen hatten wir auch bereits alle Arten am Teich außer den kleinen Blaupfeil. Den werden wir bestimmt auch nicht mehr kriegen, weil es in unserer Umgebung keinerlei geeignete Habitate gibt. Deine Azurjungfer auf dem Bild ist übrigens eine Hufeisenazurjungfer. Und was ich nicht so ganz glauben kann: habt Ihr noch keine glänzende Smaragdlibelle am Teich gehabt? Die düsen bei uns z.B. dieses Jahr ständig am Teich rum. Und Herbstmosaikjungfern auch nicht? Wenn ihr sogar nen kleinen Blaupfeil habt müsste es den „normalen“ Arten doch eigentlich erst recht bei Euch gefallen.
Wir bzw. meine Eltern versuchen im Übrigen auch gerade die Fische wieder los zu werden. Aktuell füttere ich sie an einer bestimmten Stelle an, damit ich sie vielleicht doch raus Keschern kann. Nachdem mein Vater sein ganzes Leben lang passionierter Angler war und ich ihn die erste Hälfte meines Lebens immer begleitet habe könnte ich sie vermutlich auch einfach selbst rausangeln, wollte es aber erst mal mit Keschern probieren. Leider haben sich die Rotfedern nämlich trotz der kurzen Zeit explosionsartig vermehrt und wenn ich die jetzt einzeln haken müsste hätt ich viel zu tun. Gerade die Rotfedern will ich aber unbedingt loswerden. Die Moderlieschen sind weniger problematisch.
Die Fische hat sich meine Mum leider von einem ihrer Bekannten aufschwatzen lassen und ich darf es jetzt richten

. Nachdem ich damals schon Bedenken geäußert hatte (die aber ignoriert wurden) müsste ich sie jetzt eigentlich die Rotfedern selbst rausfangen lassen, aber dann wird das in 100 Jahren nix. Natürlich war auch ich diejenige die in diesem Frühjahr bemerkt hat, dass keine Molche mehr da sind. Zum Dank durfte ich dann auch noch den Minipfützenteich eingraben

. Man hat ja sonst nix zu tun

. Aber zum Glück hab ich das gerade noch rechtzeitig bemerkt und das Teil versenkt. Kaum im Boden saßen die ersten Molchpaare schon drin und haben fleißig Nachwuchs produziert. Aktuell schwimmen immer noch Molchbabies rum und es kommen auch noch immer neue Kleine nach.
Beneiden tu ich Dich vorallem um den Eisvogel, die Zauneidechsen, Fadenmolche und Ringelnattern. Die gibt es in unserem Ort und in der näheren Umgebung nicht bzw. nicht mehr. Eisvogel und Zauneidechsen und Ringelnattern gibts erst wieder einige km weiter draußen. Bei uns gibt es viel zu wenig Wasser und auch keinerlei geeignete Eidechsenhabitate mehr. Was aber total seltsam ist: meine Eltern haben einen riesigen, total natürlichen Garten mit vielen einheimischen Pflanzen und einem wirklich großen, alten, eingewachsenen Naturteich. Wir (mein Freund und ich) dagegen wohnen nur 2 min mit dem Auto von meinen Eltern entfernt (eigentlich nur 2 Straßen weiter) auf der anderen Seite der Bahn (die S-Bahnstrecke teilt den Ort) und haben im Verhältnis zu meinen Eltern einen recht kleinen Garten, nur mit einem Minipfützenteich. Und trotzdem haben wir zusätzlich zu den Bergmolchen auch Blindschleichen, Igel, sehr viele Eichhörnchen, Frösche (Grasfrösche und letztes Jahr sogar einen Springfrosch) und massenweise Vögel. Erdkröten und Hornissen haben wir beide. Was ich damit sagen will und das verstehe ich bis heute nicht so richtig: wir wohnen 2 min von einander entfernt und haben teilweise völlig unterschiedliche Tiere im Garten. Und obwohl die Voraussetzungen bei meinen Eltern wesentlich besser wären haben wir mehr Tierarten und vorallem die ungewöhnlicheren Tiere bei uns. Bei meinen Eltern kommen kaum Vögel in den Garten, nur selten mal ein Igel oder ne Erdkröte und Blindschleichen haben meine Eltern seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Auch nicht in den umliegenden Wäldern. Bei den Schmetterlingen sieht es genauso aus. Wir hatten dieses Jahr massenweise Falter. Alles was gängig ist plus Feuriger Perlmutterfalter, kleiner Perlmutterf., Hummelschwärmer, Kaisermantel, mehrere Bläulingsarten, Landkärtchen, Admiral, Distelfalter, Kiefernschwärmer, etc.. Meine Eltern hatten dagegen nur mal nen Faulbaumbläuling und nen Zitronenfalter. Ich kann das irgendwie bis heute nicht nachvollziehen, warum das bei der kurzen Distanz so verschieden ist.
Was dieses Jahr auch richtig extrem ist, ist die Anzahl an Hornissen die wir im Garten bei uns haben. Zu jeder Zeit sind mindestens 30 Stück einzeln an unserem großen Flieder unterwegs. Der Baumsaft muss einfach köstlich sein. So viele hatten wir noch nie. Normalerweise fliegen ein paar einzelne rum aber dieses Jahr ist es wirklich extrem. Bei meinen Eltern sind dieses Jahr auch mehr da als sonst aber bei weitem nicht so viele wie bei uns. Hornissen scheinen dieses Jahr allgemein ein sehr gutes Jahr zu haben. Die profitieren scheinbar sehr von der Wärme. Mich stören sie auch nicht. Abgesehen davon, dass sie unsere Schilfmatten am Zaun bald komplett zerlegt haben

. Die Hornissen fressen die Matten regelrecht auf, zersetzen das Material und benutzen es zum Nestbau. Ich schau ihnen dabei regelmäßig zu und bewundere mittlerweile sogar wie schnell und effektiv sie das machen. Sie schmatzen sogar richtig dabei, zumindest hört es sich so an

. Bienen gibt es dieses Jahr auch mehr als sonst bei uns. Übrigens kannte ich die Geschichte mit Deinem Benutzernamen schon. Irgendwann - im letzten Jahr glaub ich war‘s - hat Dich hier im Forum jemand auf Deinen Benutzernamen angesprochen und da hast Du das damals erklärt. Ich hab das damals zufällig gelesen. Ich hatte mir aber davor auch schon sowas gedacht. Ich denke, es gibt schon noch einige Leute denen das auffällt, aber die nicht nachfragen, weil sie sich das selbst zusammen reimen können. Zumindest hier im Naturforum. Hätte ich den Namen in einem Nicht-Naturforum gelesen hätte ich mich natürlich auch gewundert und evtl auch nachgefragt. Hat also nicht immer was mit Unwissenheit oder Gleichgültigkeit zu tun. Das Bienensterben oder überhaupt das Insektensterben ist für mich und ich denke auch für den Großteil hier im Forum allgegenwärtig. Man braucht ja eigentlich auch nur vor die Tür zu gehen…. Mal abgesehen von Naturliebhabern wie uns ist jedoch der Großteil der Menschheit nicht in der Lage sich zu ändern, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten oder aus ihren Fehlern zu lernen. Die Gier nach Geld und Macht ist einfach zu groß.
So, das wurde jetzt eine recht ausführliche Antwort

. Gute Nacht an alle.
Viele Grüße
Pam