Hallo Ilja,
vor Jahren hatte ich auch mal nachts fotografiert, aber nach irdischen Maßstäben recht inaktive Objekte, und zwar die Galaxien des Virgo-Clusters mit insgesamt, wenn ich mich recht entsinne, 2 h Belichtungszeit.
Damit bin ich hintenrum beim Thema.

Meine Galaxien standen stille (dafür rotiert die Erde, was bei Astrofotografie schnell zum Faktor wird...

), die Eulen turnen jedoch, wie Du schreibst. Wenig verfügbares Licht bedeutet laaange Belichtungszeiten, um etwas erkennen zu können, aber bei bewegten Motiven wird unter diesen Umständen vermutlich nur Pixelbrei herauskommen. Du könntest sicherlich versuchen, mit der elektronischen Empfindlichkeit so hoch wie möglich zu gehen (also den ISO-Wert hochzuziehen), um damit die Belichtungszeit wieder kürzer zu bekommen, aber die Bilder werden schnell unansehlich, weil das Rauschen stark zunimmt. Das kannste zwar herausrechnen, aber Du gewinnst die unterwegs verloren gegangenen Bilddetails nicht zurück - glatt gerechnete Bilder haben gerne den Charme von Aquarellgemälden.
Ein weiteres Problem ist die ruhige Lage der Kamera, um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Mit Sonne im Rücken fotografieren ich notfalls auch mal aus der Hand (ich nutze ein 300mm-Tele mit 1.4-Extender) und bekomme damit noch halbwegs ansehnliche Bilder hin. Aber bei abnehmender Lichtmenge bzw. bei Dämmerung oder gar nachts geht bald schon nichts mehr ohne Stativ, auch Fernauslöser bzw. Spiegelvorauslösung werden ratsam.
Ohne ausreichende Lichtmenge wird auch Dein Autofokus nicht mehr machen, was er soll.
Langen Geschreibsels kurzer Sinn:
Du schreibst von 'Nachtaufnahmen', aber auch von abendlichem Turnen.
Wenn letzteres meint: 30 min nach Sonnenuntergang, und zwei Vögel schauen offen sitzend dem dritten beim Turnen zu - dann experimentiere mal ein bissel mit hohem ISO, Offenblende, manuellem Fokus und einer Kamera, die Du so ruhig wie irgend möglich lagerst (falls die Vögel wirklich sitzen sollten, dann kannst Du sogar mit 2 oder 10 Sekunden Zeitverzögerung auslösen und so die Verwacklungsgefahr minimieren).
Falls jedoch die Party tatsächlich erst um ein Uhr nachts hinter der Scheune fernab jeglicher Straßenbeleuchtung steigt, dann hab viel Spaß als Zaungast, aber die Kamera solltest Du meiner Meinung nach schlafen lassen.
Ciao,
Steffen
p.s.: Ich find's prima, dass Du von vorne herein sagst: Der Blitz ärgert die Vögel und sollte nicht benutzt werden.
