Bitte am Steinhuder Meer mal drauf achten...

TV-, Radiosendungen, Webseiten, Printmedien, Software
Antworten
Benutzeravatar
milvus69
Beiträge: 329
Registriert: 29 Mär 2018, 12:50
Wohnort: Brüggen
Kontaktdaten:

Bitte am Steinhuder Meer mal drauf achten...

#1

Beitrag von milvus69 »

Moin Moin!

Habe gerade im vogelgucker.blogspot diesen Artikel gelesen. Da ich ja weiß das es hier ein paar Leute gibt die dem NSG "Steinhuder Meer" öfters mal einen Besuch abstatten, habe ich mir mal erlaubt, den Text hier einzufügen:

"20 November 2018
Sterntaucher ertränkt

Unfassbare Nachricht vom Steinhuder Meer im nahen Niedersachsen...
Presseinformation der Ökologischen Schutzstation von heute:
ÖSSM-Mitarbeiter beobachtet absichtliches Ertränken eines seltenen Vogels durch einen Fischer –
Naturschützer fordern Land Niedersachsen als Verpächter der Fischereirechte zum sofortigen Handeln auf
Ein studentischer Mitarbeiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.) traute seinen Augen nicht, als er am Montag letzter Woche (12.11.2018) einen Sterntaucher sah, der sich in einem Stellnetz verfangen hatte. Das Netz befand sich in der Nähe der Badeinsel im Steinhuder Meer. Als sich ein Fischerboot näherte, wähnte er den seltenen Vogel schon in Sicherheit. Was aber dann geschah, können die Naturschützer in der ÖSSM bis heute nicht fassen. Anstatt den noch vitalen Vogel aus dem Netz zu retten, beschwerte der Fischer das Netz mit dem darin verfangenen Vogel mit Hilfe einer Eisenstange und ertränkte diesen. Einige Minuten später entfernte der Fischer den vorsätzlich ertränkten Sterntaucher, packte diesen zu den gefangenen Fischen ins Boot und fuhr davon.
„Nach unserem Rechtsverständnis dürfte es sich beim absichtlichen Ertränken des besonders geschützten Vogels um eine Straftat handeln", so Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM. Deswegen habe man den Fall auch an die Polizei gemeldet, die derweil ermittelt. Und auch die Verwendung der sehr dünnen Stellnetze, die für tauchende und schwimmende Wasservögel kaum sichtbar sind, kritisieren die Naturschützer. „Die Netze sind reinste Vogelfallen und wir gehen davon aus, dass damit dutzende Vögel gefangen werden. Solch ein rücksichtsloses und ignorantes Vorgehen beim Fischfang ist in einem Schutzgebiet von internationaler Bedeutung wie dem Steinhuder Meer völlig inakzeptabel", so Brandt.
Und auch dafür, dass es der ein oder andere Fischer mit der Gesetzestreue nicht so ernst nähme, gebe es weitere Hinweise. Erst im letzten Jahr konnte eine Ente kurz vor dem jämmerlichen Ertrinken gerade noch aus einer Fischreuse gerettet werden. Dabei stellte sich heraus, dass der betreffende Fischer nicht den seit mehreren Jahren gerichtlich vorgeschriebenen Fischotterschutz in die Reuse eingebaut hatte. „So wie die Berufsfischerei derzeit am Steinhuder Meer betrieben wird, wird von Netz- und Reusenbetreibern der Tod zahlreicher geschützter Tiere billigend in Kauf genommen. Das ist nach unserem Verständnis weder gesetzes-, tierschutz- noch gesellschaftskonform und außerdem moralisch höchst verwerflich", so Thomas Beuster, Geschäftsführer der ÖSSM. Die ÖSSM fordert deswegen Konsequenzen und erwartet vom Land Niedersachsen als Eigentümer des Steinhuder Meeres, dass der Pachtvertrag mit dem Fischereiverein Steinhude gekündigt wird. Außerdem bittet die ÖSSM die Bevölkerung, auf in Fischnetzen verfangene Vögel zu achten und diese umgehend bei der Polizei zu melden, damit sie gerettet werden können.
Steckbrief Sterntaucher:
Die ca. 60 cm großen, eleganten Sterntaucher brüten in Skandinavien, im Norden Russlands, auf Island und nur noch sehr wenige Paare in Schottland. Im Winter halten sie sich an der Küste wärmerer Gegenden auf, wie z.B. an der deutschen Nordseeküste, und leben hier von Kleinfischen und Krebsen. Während sie im Sommer ein schmuckes Prachtkleid tragen, sind sie im Winter schlicht gefärbt. Im Binnenland sind Sterntaucher selten, auf dem Steinhuder Meer können die besonders geschützten Vögel nicht in jedem Jahr beobachtet werden.
Eckhard Möller"

Beste Grüße
Holger
LL: 372 (Marmelente, Schottisches Moorschneehuhn)
Liste-D: 288 (Stelzenläufer , Gelbkopf-Schafstelze)
Kreis Viersen: 231 (Gelbkopf-Schafstelze, Pfuhlschnepfe)
2021: 175 (Pfuhlschnepfe, Fischadler)
Benutzeravatar
Bourkinist
Beiträge: 193
Registriert: 29 Mär 2018, 12:51

Re: Bitte am Steinhuder Meer mal drauf achten...

#2

Beitrag von Bourkinist »

Hallo Holger,
danke, dass Du diese furchtbare Geschichte hier öffentlich gemacht hast!

Der Homo Oeconomicus ganz bei sich selbst: 'Du vergehst Dich an meinem Eigentum, und das merke ich auf meinem Konto, und dafür bringe ich Dich um!'.

Es ist positiv zu bewerten, dass es Aktive vor Ort gibt, die das bemerkt und zur Anzeige gebracht haben.
Damit ist leider noch nicht gesagt, dass es zu einer angemessenen Bestrafung kommt - und selbst wenn, dann scheint es ja offenbar Fakt zu sein, dass aufgrund fehlenden Verfolgungsdrucks durch die Behörden das Fischereigewerbe sich zumindest teilweise inakzeptabler Praktiken bedient.
Im VÖGEL-Magazin war ja unlängst dokumentiert, dass es am baden-württembergischen Rohrsee ganz ähnlich zu sein scheint und die zuständigen Behörden (bei grüner Landesregierung, das beiläufig erwähnt...) nicht willens oder in der Lage sind, damit im Interesse der durch Fischerei-Exzesse bedrohten anderen Tierarten umzugehen.

Aber es gibt Leute, die das nicht hinnehmen wollen und sich gegen solche Zustände engagieren, hier und anderswo.
Ich sehe täglich die Autos, die Tiere zu Brei fahren, aber ich sehe auch die Leute, die bei uns hier in Hermsdorf am 'Krötenfangzaun' Amphibien einsammeln, um sie über die Straße zu ihren Laichgewässern zu bringen. :)
Es gibt keinen Grund für Optimismus. Ich denke ja auch immer wieder, dass der Mensch eine abscheuliche Sackgasse der Evolution ist, und trotzdem und auch an mich selbst: Durch larmoyantes Gejammer wird nichts besser und erst recht nichts verhindert.

Jedes gerettete Tier ist die Mühe wert.
Also: Weiter machen.
Aufgeben ist keine Alternative!

Gruß,
Steffen
>---<
Liste 2020: 142 (Pirol)
Life List: 267 (Nonnensteinschmätzer)
>---<
Antworten